Die Stimmberechtigten im Freistaat Bayern werden immer älter

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Foto: pixabay, Symbolbild

Seit 1990 steigt der Anteil der Seniorinnen und Senioren an den Wahlberechtigten im Freistaat Bayern von Wahl zu Wahl kontinuierlich an. Dieser Trend setzt sich bei der Bundestagswahl am 26. September nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik fort.


Anhand von Daten der amtlichen Fortschreibung und der regionalisierten Bevölkerungsvorausberechnung bis 2039 hat das Bayerische Landesamt für Statistik untersucht, wie sich im Freistaat die Altersstruktur der Wahlberechtigten bei Bundestagswahlen – also grundsätzlich der Personen ab 18 Jahren mit deutscher Staatsangehörigkeit – seit dem Jahr 1990 verändert hat und mit welchen Entwicklungen in diesem Bereich künftig zu rechnen ist. Die Daten zeigen, dass bei der Bundestagswahl 2021 mit 27,5 Prozent gut ein Viertel aller Wahlberechtigten 65 Jahre oder älter sein wird. Bei der Bundestagswahl im Jahr 1990 hatte der Anteil dieser Altersgruppe an den Wahlberechtigten noch bei 19,7 Prozent gelegen. Im Jahr 2037 wird dagegen voraussichtlich gut jeder dritte Wahlberechtigte mindestens 65 Jahre alt sein.

Bei der Wahl zum 20. Deutschen Bundestag am 26. September 2021 werden nach einer Schätzung des Bayerischen Landesamts für Statistik rund 9,4 Millionen Wahlberechtigte in Bayern leben. Dabei ist die Zahl der Wahlberechtigten im Freistaat seit der Bundestagswahl im Jahr 1990 um 0,8 Millionen beziehungsweise 9,1 Prozent angestiegen. Bis zur Bundestagswahl im Jahr 2037 wird die Zahl der Wahlberechtigten dagegen voraussichtlich um 0,2 Millionen beziehungsweise 2,2 Prozent zurückgehen.

Nicht nur die Zahl der Wahlberechtigten, sondern auch deren Altersstruktur hat sich über die Jahre verändert und wird auch künftig einem Wandel unterworfen sein. So hatten bei der Bundestagswahl im Jahr 1990 fast 13 Prozent der Wahlberechtigten ein Alter von 18 bis unter 25 Jahren. Der Anteil dieser »Jungwähler« an der wahlberechtigten Bevölkerung ist seitdem um knapp 4,2 Prozentpunkte gesunken und liegt bei der diesjährigen Bundestagswahl bei rund 8,7 Prozent. Wie das Bayerische Landesamt für Statistik mitteilt, wird der Anteil der 18- bis Unter-25-Jährigen an den Wahlberechtigten in den kommenden Jahren zwar noch leicht zurückgehen, bis zur Bundestagswahl im Jahr 2037 dann aber mit 8,6 Prozent voraussichtlich wieder das heutige Niveau erreichen.

Der Anteil der Personen im Alter von 25 bis unter 45 Jahren – also die Gruppe der Erwerbstätigen in den unteren bis mittlere Altersstufen in der Familiengründungsphase – ist seit 1990 (36,5 Prozent) um 8,3 Prozentpunkte geschrumpft und liegt bei der Bundestagswahl 2021 bei 28,3 Prozent. Bis 2037 wird der Anteil dieser Gruppe um weitere 1,8 Prozentpunkte auf dann 26,4 Prozent zurückgehen.

Die 45- bis Unter-65-Jährigen machten im Jahr 1990 einen Anteil von 30,9 Prozent der wahlberechtigten Bevölkerung aus und sind seitdem um 4,6 Prozentpunkte auf 35,5 Prozent im Jahr 2021 gestiegen. Bis zur Bundestagswahl im Jahr 2037 wird der Anteil dieser Gruppe um 5,9 Prozentpunkte zurückgehen und dann mit etwa 29,5 Prozent leicht unter dem Niveau des Jahres 1990 liegen.

Die größten Veränderungen betreffen den Anteil der 65-Jährigen und Älteren. Seit der Bundestagswahl im Jahr 1990 (19,7 Prozent) ist der Anteil dieser Altersgruppe an den Wahlberechtigten um 7,9 Prozentpunkte auf 27,5 Prozent (2021) angewachsen. Bis zum Jahr 2037 wird der Anteil um weitere 8 Prozentpunkte auf dann 35,5 Prozent zunehmen.

Während Personen ab einem Alter von 65 Jahren bei der Bundestagswahl 1990 also noch knapp ein Fünftel der Wahlberechtigten ausmachten, liegt ihr Anteil bei der diesjährigen Bundestagswahl bei gut einem Viertel und wird bis zur Bundestagswahl im Jahr 2037 auf über ein Drittel ansteigen.

Junge Personen machen nicht nur zahlenmäßig einen vergleichsweisen kleinen Anteil der Wahlberechtigten aus, auch ihre Wahlbeteiligung war bisher im Durchschnitt niedriger als die von älteren Personen. So lag die Wahlbeteiligung der 18- bis Unter-25-Jährigen bei der Bundestagswahl 2017 mit 73,5 Prozent rund 5,3 Prozent unter der Wahlbeteiligung aller Wahlberechtigten (78,8 Prozent) und war etwa 6,0 Prozent niedriger als die der 60-Jährigen und Älteren. Die kommende Bundestagswahl wird zeigen, ob sich das hohe politische und gesellschaftliche Engagement junger Menschen in den letzten Jahren auch in einer gesteigerten Wahlbeteiligung niederschlagen wird.

fb/red