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«Die Spur»: Umwelt-Thriller mit feministischem Touch

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"Die Spur"
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Janina Duszejko (Agnieszka Mandat) ist Rentnerin und Hobby-Astrologin - und sie kämpft gegen ungehobelte Machos. Foto: Robert Palka/FilmKinoText Foto: dpa

Öko-Thriller, feministisches Drama oder Gesellschaftssatire mit schwarzem Humor? Der neue Film von Polens Altmeisterin Agnieszka Holland ist alles auf einmal - in «Die Spur» wird nach allen Seiten lustvoll ausgeteilt.


Berlin (dpa) - Sie zählt zu Polens bekanntesten Regisseurinnen und feierte mit Filmen wie «Hitlerjunge Salomon» und «Bittere Ernte» internationale Erfolge. Altmeisterin Agnieszka Holland (69) lebt in Polen und Frankreich, drehte zuletzt in den USA auch zwei Folgen der Serie «House of Cards».

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In ihrem neuen Film «Die Spur» nimmt die oscarnominierte Schülerin von Andrzej Wajda nun unter anderem die Geschlechter-Verhältnisse in ihrem Heimatland Polen und anderswo aufs Korn. Heldin des Films ist die Rentnerin und Hobby-Astrologin Duszejko, furios gespielt von Agnieszka Mandat. Die resolute alte Dame kämpft gegen die blutigen Jagden, die im Wald rund um ihr Haus in der Provinz stattfinden. In Wirklichkeit kämpft sie aber auch gegen ungehobelte Machos, die Benachteiligung von Frauen in der patriarchalischen Gesellschaft, Umweltsünder und die Auswüchse absurder Bürokratie.

Hollands Regiearbeit lässt sich dabei nicht in eine einzige Genre-Schublade stecken. «Die Spur» ist alles auf einmal: Spannender Öko-Thriller, berührendes feministisches Drama und schräge Gesellschaftssatire mit pechschwarzem Humor. Und dieser Mix ist handwerklich so gut gemacht und dramaturgisch so fein gesponnen, dass aus dem Ganzen am Ende ein Film wie aus einem Guss geworden ist.

Die leicht exzentrische, nur mit ihrem Nachnamen benannte Hauptdarstellerin fängt an aufzubegehren, als eines Tages ihre von ihr über alles geliebten Hunde verschwinden. Kurze Zeit später entdeckt die verzweifelte alte Dame ihren Nachbarn tot im Wald, neben der Leiche findet sie die Fährte eines Hirsches.

Weitere Männer - alle Autoritäten im Dorf und außerdem leidenschaftliche Jäger - sterben auf rätselhafte Art. Es sieht so aus, als ob sich die im Wald von den Jägern dahingemetzelten Tiere an den Menschen rächen. Dann fällt der Verdacht auf Duszejko - und die hat ihren ganz eigenen Plan, mit den Vorurteilen und Vorverurteilungen umzugehen.

«In Polen - aber nicht nur - werden Frauen in einem gewissen Alter unsichtbar, nichtexistent und als geradezu störend empfunden», sagte Holland im dpa-Interview anlässlich der Premiere ihres Films im Wettbewerb der Berlinale 2017. «Wenn eine Frau ihre sexuelle Attraktivität verliert, wird sie zu einem Niemand. Die Menschen schauen sie an, aber sehen sie nicht. Wenn sie aber etwas tut, um bemerkt zu werden, ruft sie Aggressionen hervor.»

Holland mixt die auf dem Roman «Der Gesang der Fledermäuse» von Olga Tokarczuk beruhende Krimi-Story raffiniert mit Themen wie Emanzipation, Umwelt- und Tierschutz. Gleichzeitig ist «Die Spur» spannende Unterhaltung mit Biss - und einem überraschenden Ende.

Die Spur