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»Die Protokollantin«: eine Frau mit einem großen Geheimnis

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Die Protokollantin
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Freya Becker (Iris Berben) hat ein dunkles Geheimnis. Foto: Alexander Fischerkoesen/ZDF Foto: dpa

Es ist eine öde Tätigkeit, jeden Tag diverse Protokolle abzutippen. Doch die Frau, die das in einer neuen ZDF-Serie macht, birgt ein dunkles Geheimnis.


Berlin (dpa) - Ausgerechnet eine völlig unscheinbare Frau steht im Mittelpunkt der neuen fünfteiligen Serie »Die Protokollantin«, die an diesem Samstag (21.45 Uhr) im ZDF startet.

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Diese Serie wird 24 Stunden vor der Ausstrahlung komplett und dann für 180 Tage online stehen - zudem soll sie der Beginn sein für mehrere neue deutsche Mini-Serien, die künftig auf diesem Sendeplatz im ZDF zu sehen sein werden.

Freya Becker (Iris Berben) ist Protokollantin im Berliner Morddezernat LKA1. Dort tippt sie Tag für Tag - trotz der modernen Technik - die Vernehmungen von Verbrechern ab. Deren Schilderungen sind zumeist drastisch und unappetitlich, doch rein äußerlich lässt sie sich nichts anmerken. In ihrem Kopf stecken die unzähligen Stimmen der Täter jedoch fest, mitsamt den Schilderungen ihrer oft abscheulichen Taten. Freya lebt zurückgezogen mit ihrer Katze und hat praktisch keinen Kontakt zur Außenwelt, bis auf ihren deutlich jüngeren Bruder Jo (Moritz Bleibtreu), der ein edles Restaurant betreibt.

Sie denkt Tag und Nacht an ihre Tochter Marie (Zoe Moore), die vor elf Jahren spurlos verschwunden ist. Dann tritt ihr neuer Chef, Hauptkommissar Henry Silowski (stark: Peter Kurth), seinen Dienst an. Er wehrt die Avancen seiner Kollegin Anne Liebig (prima: Katharina Schlothauer) souverän ab und verliebt sich in Freya. Sie jedoch will das nicht, denn sie muss bald befürchten, dass er hinter ihr Geheimnis kommt. Gemeinsam mit ihrem Helfer Damir Mitkovic (gut: Johannes Krisch) stellt sie den Mördern nach, die ihrer Meinung nach von der Justiz entweder gar nicht oder zu wenig bestraft worden sind. In Rückblenden verwischen Traum und Realität eindrucksvoll.

Die Grundidee zu dieser spannenden Geschichte hatte ein Mann, der Schriftsteller Friedrich Ani (»Kommissar Süden«). Aber vier Frauen prägen diese Serie (mit ziemlich sperrigem Titel) um eine Frau, die das Recht selbst in die Hand nimmt, was schon in der ersten Folge klar wird. Es sind zum einen die beiden Regisseurinnen Nina Grosse (60, »In der Falle«) und Samira Radsi (50, »Die Füchsin«) und zum anderen die beiden Schauspielerinnen Katharina Schlothauer als zähe Ermittlerin - und natürlich Iris Berben.

Sie spielt ihre Figur im wahrsten Sinne ungeschminkt, sehr reduziert und mit traurigen Augen, als zutiefst vereinsamte Frau, die gar nicht richtig zu leben scheint. Freya wird scheinbar nur gesteuert von dem Wunsch, ihre verschollene Tochter zu rächen. Ihr Mann hatte das nie verwunden und sich umgebracht - wohl auch deshalb verzichtet Freya auf ein neues Leben mit einem neuen Mann.

»Diese Frau ist so unendlich allein mit allem, was sie denkt und tut«, sagte Berben (68) der Deutschen Presse-Agentur. »Irgendwann sendet sie, vermutlich unbewusst, Hilferufe ab. Sie bleibt aber in sich gefangen, sie lebt in einer Männerdomäne, darf am Schluss noch einmal kurz aufblühen - und der Zuschauer bekommt eine Ahnung davon, wie sie einmal gewesen sein könnte. Aber sie hat sich gegen das Leben entschieden.« Fürs Protokoll: Ihr dabei zuzusehen, ist für den Zuschauer durchaus packend.

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