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Die »musikalische Nachwuchs-Nationalmannschaft«

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Bratschistin Sabrina Schwarz aus Marquartstein ist erst 16 Jahre alt. (Foto: Angeline Bauer)

Sabrina Schwarz, 16 Jahre alt, seit 11 Jahren Schülerin des Geigers und Bratschisten Mugurel Popovici an der Musikschule Grassau, hat das Probespiel für das »vbw-Orchester des Festivals der Nationen 2014« in Bad Wörishofen bestanden, an dem Nachwuchsmusiker aus ganz Bayern teilgenommen haben. Aus diesem Anlass beantwortete sie in einem Interview mit unserer freien Mitarbeiterin Uta Grabmüller einige Fragen.


Sabrina, wie fing alles an: wann und warum ein Saiteninstrument?

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»Wahrscheinlich war es die alte Geige meiner Oma, die mir gezeigt wurde. Mit vier Jahren wusste ich: ‚Das will ich auch spielen!’ Mit fünf Jahren erhielt ich dann Geigenunterricht bei Herrn Popovici.«

Vor zwei Jahren bist du von Geige zur Viola (Bratsche) gewechselt. Was war der Grund?

»Mein Geigenlehrer schlug mir vor, die Bratsche einfach mal auszuprobieren, ob sie mir liegt. Er erwähnte, dass Bratschisten in Orchestern sehr gefragt seien. Während es viele Violine-Spieler und auch viel Literatur für Geigen gibt, ist die Bratsche relativ unbekannt. Aus Neugier habe ich die Bratsche dann ausprobiert und sofort stand für mich fest, dass ich dabei bleiben will. Der volle und dunkle Klang der Bratsche gefällt mir sehr. Übrigens ist das Spielen nicht einfacher, sondern einfach anders!«

Du besuchst die 10. Klasse des Landschulheims Marquartstein. Wie vereinbarst du die Schule mit dem Musizieren?

»Das kann ich ganz gut vereinbaren. Wenn Prüfungen und Konzertvorbereitungen mal zusammen fallen, ist es schon schwierig, aber das sind Ausnahmen. Bei nur einer Musikstunde in der Woche finde ich es gut, mich auch sonst mit Musik beschäftigen zu können. Ich nehme mir immer vor, eine Stunde täglich zu üben! Aber manchmal schaffe ich das nicht.«

Dein Lehrer Mugurel Popovici hält große Stücke auf dich. Was zeichnet seinen Unterricht aus?

»Ich finde, er hat wahnsinnig viel Erfahrung. Und er ist ein Perfektionist. Aber das Gute daran ist, dass er nichts Unmögliches verlangt, sondern immer auf kleine ‚Fort-Schritte’ achtet, je nach Alter. Die sind zu erreichen. Er schaut schon auf Disziplin, aber dabei lernt man ja auch, wie es eigentlich sein soll.«

Du hast vor kurzem ein Vorspiel beim Orchester des »Festivals der Nationen« bestanden. Was erwartet dich dort?

»Bei dem Vorspiel vor einer unbekannten Jury in München war ich schon ein bisschen aufgeregt. Da ich bereits ein paar Mal in einem Orchester mitspielen durfte (u. a. Chiemgau Jugendsinfonieorchester, Filmfoniker München) und gemerkt hatte, wie gut mir das gefällt, wollte ich es schon schaffen. Die Pflichtstücke hatte ich vorher zugeschickt bekommen und üben können. Vier Wochen nach dem Probespiel habe ich dann einen Brief mit der Zusage bekommen. Jetzt freue ich mich auf die Probephasen an den Wochenenden im September und auf das Konzert.«

Welche Rolle wird die Musik für dich in zehn Jahren spielen?

»Ja, sie wird auf jeden Fall weiterhin eine große Rolle spielen – vielleicht auch beruflich. Aber entscheiden will ich noch nichts; mich interessieren außer dem Musikstudium auch andere Ausbildungen, vielleicht im medizinischen Bereich.«

Das vbw-Orchester, ein Förderprojekt für Jugendliche im Alter von 11 bis 17 Jahren, wird gefördert vom Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus sowie der Stiftung art 131; es basiert auf einer Initiative der vbw (Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e.  V.) und des »Festivals der Nationen«. Herausragende, junge Musikerinnen und Musiker aus Bayern erhalten unter professioneller Anleitung durch die Dozenten die einzigartige Möglichkeit, in der »musikalischen Nachwuchs-Nationalmannschaft Bayerns« zu musizieren. Jährlich findet ein großes Konzert des jungen Orchesters mit renommierten Solisten statt, darunter der Cellist Mischa Maisky oder der Geiger David Garrett.

Das Orchester wird geleitet von dem Dirigenten und Musikpädagogen Christoph Adt (Vizepräsident der Münchner Musikhochschule). Die nächste Probephase des vbw-Orchesters beginnt im September 2014, und ein Konzert mit der bekannten Geigerin Julia Fischer am 28. September in Bad Wörishofen wird der Höhepunkt der diesjährigen Orchesterarbeit sein. Uta Grabmüller