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Aquarelle des Malers Bernd Hendl sind noch bis Sonntag in Freilassing zu sehen

Die Kunst des gezielten Verlaufens

Die Kunst des gezielten Verlaufens der Farben und Linien zeigt der Maler Bernd Hendl aus München bei seinen Aquarellen, die er unter dem Titel »Aquarelle« noch bis zum 10. Dezember in der Galerie im Alten Feuerwehrhaus in Freilassing ausstellt.

Aquarelle mit Motiven aus dem Berchtesgadener Tal zeigt der Maler Bernd Hendl in seiner Ausstellung in Freilassing. (Foto: Brechenmacher)

Mit luftig-leichter Farbgebung sowie auch mit farbsteigernder Dominanz präsentiert der international tätige Künstler seine Bilder – Motive aus dem Berchtesgadener Land und dem Chiemgau sind genauso darunter wie Städteansichten aus Venedig, Rom, Wien oder New York.

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»Das Herz belebend«, beschrieb Edith Karnowski, Vorsitzende des Kulturvereins Freilassing, die Arbeiten des Künstlers bei der Vernissage. Als »Kunstgenuss« wertete stellvertretender Bürgermeister Gottfried Schacherbauer die »hochkarätige Ausstellung« des Künstlers.

Dr. Hubert Zierl aus Berchtesgaden, Vorsitzender des Vereins der Freunde des Nationalparks, machte bei seiner Laudatio zu Beginn einen kurzen Sprung über den Hallthurm nach Süden, wo es jetzt seit fast 40 Jahren den Nationalpark Berchtesgaden gibt. Anfänglich sei es nicht leicht gewesen, die Berchtesgadener vom Nationalpark-Projekt zu überzeugen, erinnerte sich ehemalige Nationalparkleiter. »Insbesondere in den Anfangsjahren des Nationalparks Berchtesgaden waren wir gefordert, Mitstreiter für dieses neue und anspruchsvolle Schutzkonzept zu suchen«, so seine Erklärung zur Idee, auf dem reichen Feld der Kunst Befürworter für das Anliegen zu gewinnen. Unter den Künstlern, die ihren persönlichen positiven Zugang zur Natur vorstellten, war auch Bernd Hendl.

Der Künstler studierte Architektur und Kunst in München und Salzburg. Bernd Hendl bevorzuge kraftvolle Farben, erläuterte der Laudator, was den Bildern eine Geschlossenheit gebe und ihn selbst als einen ruhigen, Sicherheit ausstrahlenden Menschen bestätige.

Alle ausgestellten Bilder seien vor Ort gemacht, erklärte Bernd Hendl, »denn alle Orte haben ihre eigene Farbcharakteristika«. So habe beispielsweise die Chiemsee- oder Berchtesgadener Serie andere Farben als Venedig.

Seine Arbeiten zeigen den typischen Aquarellverlauf sich auflösender Farben, allerdings in Hendls ureigenster Prägung, die von minimalistischer Darstellung der individuellen Landschaften bis hin zum explodierenden Farbrausch gehen. Sind die Motive aus Ramsau, Hintersee oder dem Klausbachtal eher von kühlen Farbnuancen wie türkis und blau durchsetzt, dominieren bei seinen Bildern aus Venedig warme Erdfarben.

Der Künstler versteht es mit teils grafisch anmutenden Akzenten, sich auflösenden Linien und Farben die jeweilige Stimmung der unterschiedlichen Orte in seinen Bilder zu vermitteln.

Die Ausstellung ist bis einschließlich 10. Dezember täglich von 15 bis 18 Uhr sowie am Samstag und Sonntag von 13 bis 18 Uhr in der Stadtgalerie zu besichtigen. Gisela Brechenmacher