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Die Grippewelle ist in der Region angekommen

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Traunstein/Berchtesgadener Land: Die Grippewelle ist in der Region angekommen
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Es wird gehustet und genießt, hinzu kommt hohes Fieber. Im Gegensatz zu einer Erkältung bricht eine Grippe ganz plötzlich aus. Auch in den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land wurden in den vergangenen Tagen zahlreiche Grippefälle gemeldet. (Foto: dpa)

Die Grippewelle hat offiziell begonnen – und wird wohl auch noch einige Zeit anhalten. Wer sich den Influenza-Virus eingefangen hat, muss nun viel Geduld haben. Auch in den Gesundheitsämtern in den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land wurde in den vergangenen Tagen ein deutlicher Anstieg der Influenza-Fälle verzeichnet.


Im Gesundheitsamt in Traunstein ist die Zahl der Influenzameldungen von 27 Betroffenen zu Beginn der Woche auf inzwischen 37 Erkrankungsfälle (Stand Donnerstagabend) gestiegen. »Man kann also sagen, dass die Grippewelle nun auch den Landkreis Traunstein erreicht hat«, so Dr. Wolfgang Krämer vom Gesundheitsamt. »Im Vorjahreszeitraum lagen uns zu diesem Zeitpunkt 15 gemeldete Fälle vor.«

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Diese Woche 20 Fälle im Berchtesgadener Land

Auch im Berchtesgadener Land hat die Influenza oder echte Virusgrippe heuer etwas früher als in den vergangenen Jahren mit einem raschen Anstieg der gemeldeten Fälle begonnen. Wie das Gesundheitsamt im Landratsamt Berchtesgadener Land mitteilt, wird aktuell bei den Hausärzten und in einigen Kliniken vermehrt positiv auf Influenzaviren getestet. Im Januar waren es bisher 45 Fälle – davon allein in dieser Woche 20. Überwiegend handelt es sich im Landkreis um den Virustyp Influenza A. Schließungen von Einrichtungen – wie in anderen Landkreisen – waren bislang nicht notwendig.

Die Symptome der Grippe ähneln denen einer normalen Erkältung, sind allerdings oft schwerer und langwieriger. Größtes Unterscheidungsmerkmal ist der Beginn der Krankheit: Während sich die Erkältung meistens anschleicht, bricht die Grippe fast überfallartig aus. Sie ist verbunden mit hohem Fieber, Husten, Hals- und Gliederschmerzen sowie einem schweren Krankheitsgefühl. Die Virusgrippe ist eine gefährliche Infektionskrankheit; sie hat nichts mit einem grippalen Infekt zu tun. Als Komplikation ist die Lungenentzündung gefürchtet. Besonders gefährdet sind Schwangere, Menschen ab 60 Jahren und Personen mit chronischen Vorerkrankungen.

Mehrmals täglich die Hände waschen

Grippeviren verbreiten sich unter anderem über direkten Körperkontakt, zum Beispiel beim Händeschütteln, sowie über Dinge, die viele Menschen anfassen, den Haltegriff im Bus etwa. Wer sich schützen will, sollte auf beides möglichst verzichten, seine Hände vom Gesicht fernhalten, weil auf diesem Weg Viren von den Händen über die Schleimhäute in den Körper gelangen können.

Auch von hustenden und niesenden Personen sollte man Abstand halten. Wenn man selbst husten oder niesen muss: nicht in die vorgehaltene Hand, sondern in ein Einmaltaschentuch oder notfalls in die Armbeuge. Und ganz wichtig: Man sollte mehrmals täglich und gründlich die Hände waschen. Das heißt: mit Seife und mindestens 20 Sekunden lang.

Für eine Grippeschutzimpfung ist jetzt der allerletzte Zeitpunkt. Besonders empfohlen wird eine Impfung für alle Personen ab 60, Schwangere sowie Personen mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung, zum Beispiel aufgrund von Herz- oder Kreislauferkrankungen. Bei Fragen zur Grippeschutzimpfung, zum persönlichen Infektionsrisiko oder zur Krankheit sollte der Hausarzt der erste Ansprechpartner sein, so die Landratsämter.

Was kann ich sonst gegen die Grippe tun? Zu Hause bleiben, schonen, von anderen Menschen fernhalten und benutzte Taschentücher sofort entsorgen. Sonst geht erst einmal nicht viel. Hausmittel wie Kräutertee und Hühnersuppe sind eventuell gut fürs individuelle Wohlempfinden, ihre Wirkung ist aber nicht wissenschaftlich erwiesen.

Bundesweit bisher 13 350 Fälle bestätigt

Seit Beginn der Grippesaison im Oktober sind bundesweit 13.350 durch Laboranalysen bestätigte Fälle gemeldet worden, davon 4439 in der vergangenen Woche, so die Arbeitsgemeinschaft Influenza am Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin. Bisher starben nachweislich 32 Menschen. Mehr als 3500 Patienten wurden wegen Grippe im Krankenhaus behandelt. Die gemeldeten Fälle zeigen nur einen Ausschnitt des tatsächlichen Geschehens: Nach RKI-Schätzungen werden im Verlauf von Grippewellen 5 bis 20 Prozent der Bevölkerung angesteckt. jal/dpa