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Die Fassade ist gebröckelt

Berchtesgaden - Mit dem Denkmalschutz war es abgestimmt: Der untere Teil der Fassade des 300 Jahre alten Gebäudes im Nonntal sollte eigentlich stehen bleiben. Dann kam der Bagger und entfernte entgegen den Landratsamtsauflagen Teile der Fassade. Das war im Juni. »Seitdem schaut es hier furchtbar aus«, schimpft ein Nachbar. Überall Schutt. Bürgermeister Franz Rasp ist ähnlicher Meinung. Doch sind ihm die Hände gebunden.

Ein riesiges Loch klafft in der Fassade des historischen Gebäudes. Es sieht aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen. Zwar stand das Haus nicht unter Denkmalschutz. Allerdings gilt für das Nonntal ein Ensemble-Schutz. Das Abtragen des Gebäudes, das von Feuchtigkeit zersetzt war, hätte mit besonderer Vorsicht und den Auflagen entsprechend erfolgen müssen. Das war nicht der Fall, das Landratsamt schritt ein, stoppte den Vorgang. Ein Bauzaun sperrt nun den Bereich rund um das Gebäude. Fassadenteile liegen am Boden.

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»Untragbar für einen Tourismusort«, sagt der Anwohner. Das sieht auch Gemeindechef Franz Rasp so. Doch sind der Bauschutt und das Riesenloch Sache des Eigentümers, der nun handeln müsste. Bis Redaktionsschluss war dieser nicht zu erreichen. »Wenn er nichts macht, wird es dort auch weiterhin so aussehen«, sagt Rasp. Er kann den Eigentümer; dessen Familie das Haus seit 150 Jahren gehört, nicht zwingen. Bereits Ende Juni hatte das Landratsamt grünes Licht für Aufräumarbeiten gegeben. Das Abfahren des Abbruchmaterials war erlaubt worden. Passiert ist bislang allerdings noch nichts. kp