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Die Fantastischen Vier unplugged: Verdammt nah dran

Balve (dpa) - Zufriedene Fans, die nach passenden Worten suchen oder sich mit Superlativen übertreffen: Die 900 Besucher der zweiten Auflage des Unplugged-Konzertes der Fantastischen Vier in der Balver Höhle sind schlichtweg begeistert.

Die Fantastischen Vier
Höhlenspektakel mit den Fantastischen Vier. Foto: Marcus Simaitis Foto: dpa

Rund zwei Stunden haben sie Thomas D, Smudo, Michi Beck und And.Ypsiolon gelauscht. Und das Hip-Hop-Quartett lieferte für die Aufzeichnung des Musiksenders MTV fast eine private Party ab.

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Dem Bann der Stuttgarter Alt-Rapper konnten sich selbst diejenigen nicht entziehen, die eigentlich nur durch Zufall an eine der binnen Minuten ausverkauften Karten gekommen waren. Tim Hildebrandt aus Hagen war am Nachmittag die Karte eines erkrankten Freundes in die Hand gedrückt worden. «Das ist eigentlich nicht meine Musik. Ich höre mehr Metal. Aber das war echt klasse», schwärmt er.

Insbesondere die Akustik der größten «Kulturhöhle» Europas im Sauerland hat es den meisten Fans angetan. Fast alle kennen das erste Unplugged-Konzert und sehen ihre Erwartungen nun noch übertroffen. «Vor allem, dass sie auch das Publikum mit einbezogen haben, finde ich toll», sagt Simone Pilk aus Hamm.

Denn zunächst mussten die Besucher dafür sorgen, dass sich die Neuauflage dramaturgisch an das Unplugged-Konzert aus dem Jahr 2000 anschließt. Mit «Zugabe»-Rufen wurden die Musiker aus den Tiefen der Höhle auf die Bühne gelockt.

Auch an den auf den Eintrittskarten vorgeschriebenen «Dresscode» hatten sich die Fans gehalten und waren ganz in Schwarz erschienen. Später erfährt das Publikum den Sinn der Einheitskleidung: Beim Song «Smudo in Zukunft» werden sie mit den auf ihren Sitzen liegenden weißen Kragen zum stilecht gekleideten, größten Gospelchor des Sauerlandes. Auf der Bühne werden die Fantastischen Vier für die 18 Titel des Abends von 31 Musikern und Sängern unterstützt.

Ungewohnt, aber nicht störend waren die der TV-Produktion geschuldeten Pausen zwischen den Stücken. Sie sollen den Schnitt erleichtern. Doch Thomas D, Smudo und Michi Beck nutzten die Kunstpausen auch dazu, ihre Gäste mit lockeren Sprüchen zu unterhalten. «Das hört man ja sonst gar nicht von den Jungs», sagte Matthias Grand.

Und im Nachgang zum Programm gab es dann sogar noch eine fast echte Zugabe. Denn getreu der Refrain-Zeile aus «Was wollen wir noch mehr?» waren drei Songs beim ersten Mal «Nicht perfekt, doch verdammt nah dran». Und deshalb mussten die Titel noch ein zweites Mal eingespielt werden. Aber darauf hatte der Aufnahmeleiter das Publikum schon zu Beginn vorbereitet: «Es gibt schließlich Schlimmeres, als Fanta 4 zu hören.»