Bildtext einblenden
Kein Schnupftabak, sondern Bohrmehl des Borkenkäfers. (Foto: AELF)

Die Borkenkäfer schwärmen

Berchtesgadener Land – Seit dem frühsommerlichen Wetter am zweiten Maiwochenende schwärmen die Fichtenborkenkäfer. Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) ruft Waldbesitzende daher dringend auf, ihrer Pflicht nachzukommen und ihren Wald auf Borkenkäferbefall abzusuchen, um eine Verbreitung möglichst einzudämmen.


Bohrmehlsuche jetzt

Es ist wichtig, die frisch schwärmenden Borkenkäfer zeitnah zu finden und unschädlich zu machen. Das Bohrmehl rieselt bei der Brutanlage aus dem Stamm heraus. Es sieht aus wie »Schnupftabak« und sammelt sich hinter Rindenschuppen, auf Ästen, in Astgabeln, im Moos am Stammfuß, auf Blättern der Pflanzen am Boden. Auch nach Regen ist Bohrmehl hinter Rindenschuppen zu finden, das nicht von der Rinde abgewaschen wurde. Es ist sinnvoll, die Suche an sonnigen Südrändern, Ost- und Westrändern der Bestände und im Randbereich letztjähriger Käferlöcher oder Sturmwurfflächen zu beginnen.

Befallene Bäumesofort aufarbeiten

Innerhalb von ein bis zwei Wochen nach dem Schwärmen, also jetzt bis Ende Mai, sollte man auf Bohrmehl achten. Gut sichtbares Bohrmehl entsteht nur bei der Anlage von Rammelkammer und Muttergang: Ist die Eiablage beendet, entsteht kein frisches Bohrmehl mehr. Bei Befall muss das befallene Holz unverzüglich aufgearbeitet und abgefahren werden, bevor die Käfer in zwei bis drei Wochen erneut ausfliegen und neue Bruten (Geschwisterbrut) anlegen. Ist eine Lagerung in einer Entfernung von mindestens 500 Metern zum nächsten Nadelholzbestand nicht möglich, kann ein Pflanzenschutzmittelmitteleinsatz sinnvoll sein.

Die Revierförster des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Traunstein (AELF) stehen bei Fragen zum Borkenkäferbefall, dessen Bekämpfung und mögliche staatliche Förderung gerne kostenlos zur Verfügung. Unterstützung leisten auch die Waldbesitzervereinigungen sowie die regionalen Forstunternehmer.

fb