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»Die Arbeit hat mich besonders gereizt«

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So sieht die Justitia von Andreas Kuhnlein aus. (Foto: Flug)

Ein Kontrast, der den Besucher zwingt, inne zu halten. Hier die klaren Strukturen eines dreigeschoßigen Quaders aus Beton, Stahl und viel Glas. Ein klarer, funktionaler Bürobau für Staatsanwaltschaft, Kantons- und Regionalpolizei, wie für den Zivilschutz. Da die 2,12 Meter hohe Statue der Justitia, gearbeitet aus einem Eichenstamm, deren Oberfläche die Zähne der Motorsäge zerrissen und zerklüftet haben. Die Ortsbürgergemeinde im schweizerischen Rheinfelden hat diese für den Unterwössner Bildhauer Andreas Kuhnlein typische Arbeit in Auftrag gegeben. Jetzt bei der Einweihung des Gebäudes enthüllte Stadtammann Franco Mazzi die Statue erstmals.


»Was wäre ein so markantes Gebäude ohne Kunst am Bau?« fragte Franco Mazzi. Die Gäste der Einweihung aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft, die zwei Regierungsräte und die Bauplaner zeigten sich von der Mischung begeistert. Im nachfolgenden Tag der offenen Tür für die Bevölkerung fand Andreas Kuhnlein mit seiner Statue besondere Beachtung.

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»Die Arbeit hat mich besonders gereizt«, so der Künstler gegenüber dem Traunsteiner Tagblatt. Er sieht die Menschen in der Justiz und damit sinnbildlich Justitia zerrissen, in der Entscheidung für oder gegen eine Verurteilung. Zerrissenheit sieht Kuhnlein zwischen den formalen Gesetzen einerseits, anderseits dem Mitgefühl oder Moralvorstellungen.

Auch Kuhnleins Justitia trägt die Augenbinde als Zeichen für die objektive Entscheidung ohne Ansehen der Person. Sie hält die Waage in der linken Hand, um das Für und Wider abzuwägen. In der Rechten hält sie das Schwert als wehrhafte Wahrerin des Rechtsfriedens.

In dem neuen Gebäude arbeiten Staatsanwaltschaft, Polizei, Zivilschutz und benachbarte Feuerwehr eng an einem gemeinsamen Standort zusammen. Drei Körperschaften aus Ortsbürgergemeinde, Einwohnergemeinde und Kanton investierten zusammen 11,4 Millionen Franken in das neue Sicherheitszentrum. Ludwig Flug