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Devisen: Eurokurs legt vor EZB-Ratssitzung zu

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NEW YORK (dpa-AFX) - Der Euro <EURUS.FX1> hat einen Tag vor der mit Spannung erwarteten Ratssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) zugelegt. Am Mittwoch kostete die Gemeinschaftswährung 1,2602 US-Dollar und damit knapp einen Cent mehr als im Tagestief. Die EZB hatte den Referenzkurs auf 1,2578 (Dienstag: 1,2579) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7950 (0,7950) Euro.


Marktbeobachter führten die Kursgewinne auf Details zu dem neuen Anleihekaufprogramm der EZB zurück, die am Mittwoch durchsickerten. Demnach will die Notenbank ihre zweite Runde von Anleihekäufen - im Gegensatz zum ersten Kaufprogramm - dem Volumen nach nicht begrenzen. Befürworter sehen darin eine wichtige Voraussetzung, dass die Interventionen überhaupt Wirkung zeigen können. Kritiker werfen der EZB vor, massive Anleihekäufe seien nicht durch das Mandat der Notenbank gedeckt und schürten Inflationsrisiken. Die EZB begründet den Eingriff damit, dass ihre herkömmlich Geldpolitik wegen des großen Misstrauens in den Euro kaum noch wirke.

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Ob die Europäische Zentralbank die hoch gesteckten Erwartungen der Marktteilnehmer erfüllen kann, wird sich am Donnerstag zeigen. Nach der Zinssitzung des EZB-Rats wird Notenbankchef Mario Draghi auf das Kaufprogramm zu sprechen kommen. "Ich vermute, dass die Europäische Zentralbank nicht viele Details preisgeben wird, da sie möglichst flexibel bleiben will", sagte Ulrich Leuchtmann, Leiter der Devisenabteilung bei der Commerzbank. Angesichts der großen Bedeutung der neuen Anleihekäufe war die Möglichkeit einer abermaligen Zinssenkung zuletzt etwas in den Hintergrund getreten. Bankvolkswirte halten es nicht für ausgeschlossen, dass die EZB ihren Leitzins wegen der schwachen Konjunktur im Währungsraum auf ein Rekordtief senkt.