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Deutsche haben mehr Geld zur Verfügung und schaffen es ins Ausland

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Foto: dpa

Wie die deutsche Bundesbank in einer Pressemitteilung bekannt gab, haben wir Deutschen immer mehr Geld zur Verfügung und legen es im Ausland an. Insgesamt vermehrte sich das Gesamtvermögen im dritten Quartal 2016 um 1,4 Prozent auf 5.478 Milliarden Euro im Vergleich zu Quartal zwei. Im Durchschnitt verfügt jeder Deutsche über knapp 67.000 Euro, wobei die eigentliche Verteilung natürlich anders aussieht. Sparbriefe sind out, besonders gefragt sind Aktien- und Immobilienfonds aber auch Einlagen bei europäischen Banken stehen hoch im Trend.


Trendwende: Renditebewusstsein verdrängt Sicherheitswunsch

Untersucht man, wie dieses zusätzliche Geldvermögen erwirtschaftet wurde, entpuppen sich die Deutschen erstaunlicherweise immer weniger als die hartnäckigen Sparbuchbesitzer, als die sie sich in den vergangenen Jahrzehnten internationalen Ruhm verschafft haben. Zwar wird mit immerhin 20 Milliarden Euro weiterhin ein großer Teil des angelegten Geldes auf das Sparbuch gebracht oder in schlechtverzinste Einlagen bei der Hausbank gesteckt, jedoch ist hier im Vergleich zum vorangegangenen Quartal ein Abwärtstrend zu beobachten. Das heißt, von Juli bis August 2016 wurde insgesamt weniger Geld auf die traditionelle „sichere“ Art angelegt. Das Interesse an Kapitalmärkten bleibt weitestgehend beständig. So investieren Sparer weiterhin in Aktien- und Immobilienfonds, vor allem im Ausland. „Trotz leicht rückläufiger Mittelzuflüsse in Aktien verstärkt diese Entwicklung den Eindruck eines gewissen Renditebewusstseins, da ausländische Anlagen typischerweise als riskanter wahrgenommen werden und folglich gekauft werden, um höhere Renditen zu erzielen”, erklärte die Bundesbank.

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Renditesteigerung durch Festgeld- und Tagesgeldeinlagen im europäischen Ausland

Nicht nur Aktienfonds, auch Geldeinlagen bei europäischen Banken erweisen sich als lukrativer als im Inland. Das haben Sparer erkannt, und nutzen vermehrt angebotene Dienstleistungen junger FinTech-Unternehmen, die sich genau auf diese Marktlücke spezialisiert haben. Sie bieten technologiegetriebene Lösungen an, mit denen Sparer Festgeldeinlagen in ganz Europa tätigen können, und so auf einfachem Wege ihr Kapital dort anlegen können, wo keine Niedrigzinspolitik betrieben wird. Dieser Service wird komplett online und für Anleger umsonst zur Verfügung gestellt.

Wie entwickelt sich die Zinspolitik für das Jahr 2017?   

Auch für das kommende Jahr sagt die europäische Zentralbank keine großen Veränderungen in der Zinspolitik voraus. Sparer werden also auch weiterhin nach Alternativen zu Sparbuch und Co. suchen, und auch vermehrt Geld im Ausland anlegen. Jedoch ist auch hier ein bisschen Eigenrecherche nie verkehrt. Sparer sollten sich nicht nur von den höchsten Renditen leiten lassen, sondern sich regelmäßig darüber informieren, wie stabil der Finanzmarkt in demjenigen Land ist, wo das Geld angelegt werden soll. Und, einen Pluspunkt hat die Niedrigzinspolitik aber doch: günstige Kredite. Vor allem für den Wohnungsbau, aber auch für den privaten Gebrauch werden diese verstärkt genutzt, denn Geld ist im Moment so billig wie nie. (agm)