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Deutsche Biathleten hoffen auf Medaille zum WM-Start

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Denise Herrmann will bei der Biathlon-WM erfolgreich sein. Foto: Matthias Balk/dpa Foto: dpa

Auf geht's: Im gemischten Doppel wollen die deutschen Biathleten einen gelungenen Start in die WM von Antholz hinlegen. Die Konkurrenz aber ist groß. Das Selbstvertrauen aber auch. Wenngleich es auch einige Probleme gibt.


Antholz (dpa) - Bei der Frage nach dem letzten deutschen Gold in der Mixed-Staffel musste Denise Herrmann zuerst »leider passen«.

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Bestens gelaunt und herzhaft lachend kam die beste deutsche Biathletin vor dem Start der Weltmeisterschaften im italienischen Antholz mit ein wenig Hilfestellung doch noch auf die Lösung: »Ach ja, 2017, na dann.«

Mit viel Selbstvertrauen gehen Herrmann, Startläuferin Franziska Preuß, Arnd Peiffer und Benedikt Doll am Donnerstag in die Mixed-Staffel (14.45 Uhr/ZDF und Eurosport). Das Quartett will bei der ersten von zwölf WM-Chancen für die Auftaktplakette sorgen. »Der Minimalanspruch ist ja immer eine Medaille, das ist auch unserer. Ein positiver Einstieg wäre wünschenswert, damit das ganze Team davon zehren kann«, sagte die 31-Jährige.

Im Vorjahr schafften in Östersund die diesmal nicht eingesetzte Vanessa Hinz, Herrmann, Peiffer und Doll mit Silber hinter Norwegen einen fast perfekten Einstand. Und sorgten damit für den immer wieder beschworenen Flow, an dessen Ende zweimal Gold durch Herrmann und Peiffer sowie eine weitere Silber- und drei Bronzemedaillen standen.

Auf so einen Auftakt, der eine gewisse Ruhe und Sicherheit gibt, hoffen elf Monate später im Südtiroler Biathlon-Mekka nicht nur Herrmann & Co. Chefbundestrainer Mark Kirchner wäre mehr als zufrieden, wenn sein Team am Ende mit fünf, sechs Medaillen nach Hause fährt. Eine Medaillenvorgabe gibt es vom Sportlichen Leiter Bernd Eisenbichler indes nicht. Sie macht für ihn wenig Sinn. Vom klaren Anspruch auf Edelmetall wich er aber nicht ab. »Wir haben zwei Frauen und einige Männer, die dazu in der Lage sind.«

Nach dem Rücktritt von Doppel-Olympiasiegerin Laura Dahlmeier wird sich bei den Frauen alles auf Herrmann, die in Östersund mit Gold, Silber und Bronze einen kompletten WM-Medaillensatz einheimste, konzentrieren. Die frühere Langläuferin ist in jedem Rennen eine Podestkandidatin - wenn sie beim Schießen nicht wackelt. »Bei mir ist der Schießstand noch Dreh- und Angelpunkt. Körperlich bin ich gut in Schuss«, sagte Herrmann. Bei Preuß kommt es darauf an, ob sie nach ihren gesundheitlichen Problemen läuferisch aufgeholt hat - dann könnte auch die starke Schützin etwas ausrichten.

Abgesehen von Herrmann und Preuß schaut es bei den Damen »schwierig bis mittelmäßig aus - ohne das jetzt böse zu meinen«, sagte Rekord-Weltmeisterin Magdalena Neuner dem »Münchner Merkur«. »Die anderen tun sich einfach verdammt schwer, gute Ergebnisse zu erzielen. Das tut mir persönlich echt leid.« Janina Hettich und Karolin Horchler haben ebenso wie Erik Lesser die WM-Norm nicht erfüllt. Um die Staffel aufstellen zu können, wurden Hettich und Horchler auch ohne Leistungsnachweis nominiert. Zudem konnte Hinz in ihrer »Achterbahnfahrt«-Saison keine konstanten Leistungen abliefern.

Neben den Staffelwettbewerben, wo immer eine Medaille angepeilt wird, sind vor allem die Männer um Olympiasieger und Weltmeister Peiffer in den Einzelrennen absolut konkurrenzfähig. Dass mit Doll, Peiffer, Johannes Kühn und Philipp Nawrath gleich vier Athleten vorne reinlaufen können, ist für Neuner »fast eine Luxussituation.« Auch Philipp Horn hat in diesem Winter schon starke Leistungen gezeigt.

Die wohl größten Chancen hat Doll. Der Sprint-Weltmeister von 2017 stand inklusive seines Sprinterfolgs von Frankreich dreimal auf dem Podium. Bei der WM-Generalprobe im Massenstart in Pokljuka wurde der 29-Jährige Zweiter. Und ließ dabei die Dominatoren Johannes Thingnes Bö (6 Saisonsiege) und Martin Fourcade (5), die sich wohl auch bei der WM große Kämpfe liefern werden, hinter sich. »Wir wollen eine Staffelmedaille. Auch eine Einzelmedaille wäre natürlich schön. Ich versuche, einen rauszuhauen, so dass es hoffentlich für's Podest reicht«, sagte der Schwarzwälder. Sein Coach ergänzte mit Blick auf das Giganten-Duo Bö/Fourcade: »Wir haben keine Angst vor großen Namen, wir müssen uns vor niemandem verstecken.«

Für Ex-Weltmeister Lesser beginnt die WM erst in der zweiten Woche, er soll am Wochenende im IBU-Cup noch Wettkampfkilometer sammeln. Denn der lange formschwache Thüringer wird in den Einzelrennen nicht starten. Der 31-Jährige kann aber auf Einsätze in der Single-Mixed- und Staffel am 20. und 22. Februar hoffen. Seine Stellung im Team hat er akzeptiert: »Zumindest für dieses Jahr. Aber für nächstes Jahr bin ich guter Dinge, dass es wieder um einiges besser funktioniert.«