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Der Wasserpreis hat sich verdreifacht

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Der Wasserpreis in der Gemeinde Grabenstätt erhöht sich von 1,20 auf 1,80 Euro je Kubikmeter.

Grabenstätt – Der Bezugspreis pro Kubikmeter Wasser steigt von 1,20 Euro auf 1,80 Euro an. Das hat der Grabenstätter Gemeinderat jüngst beschlossen.


Bis Anfang Februar 2014 bezogen die Bürger in Hirschau, Hagenau, Marwang, Obereggerhausen, Oberhochstätt und Unterhochstätt ihr Trinkwasser über die gemeindliche Wasserversorgung (Wasserversorgung Marwang) ausschließlich aus dem Brunnen »Eggerhauser Holz«. Da die Trinkwasserqualität aufgrund ihrer korrosionschemischen Eigenschaft angezweifelt worden war, wurden die genannten Ortsteile bis Mai 2015 vorübergehend mittels eines vorsorglichen Notverbundes mit Trinkwasser aus der Steinweiher Quelle, also über den Wasserbeschaffungsverband Grabenstätt versorgt. Seit dieser vorübergehenden Vollversorgung wird nun im Verhältnis ein Drittel (gemeindliche Wasserversorgung) zu zwei Drittel (Wasserbeschaffungsverband) gemischt.

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Im Zuge der Kalkulation im Jahr 2014 für den Zeitraum bis 2018 war der Wasserbezugspreis zum 1. Juli 2014 von 0,60 Cent auf 1,20 Euro pro Kubikmeter angehoben worden. Damals ging man aber davon aus, dass man bis Ende 2014 zur regulären gemeindlichen Wasserversorgung zurückkehren würde, was aber nicht geschah. Da der Fremdbezug über den Wasserbeschaffungsverband bis auf Weiteres erhalten bleiben soll, gab der Gemeinderat nun geschlossen grünes Licht für die Erhöhung des Bezugspreises von 1,20 auf 1,80 Euro. Diese angepasste Beitrags- und Gebührensatzung für die öffentliche Wasserversorgungsanlage der Gemeinde Grabenstätt tritt am 1. Juli in Kraft.

Andreas Lukas (FW) hatte vor der Abstimmung kritisch angemahnt, dass sich der Wasserpreis nun innerhalb von vier Jahren verdreifacht habe. Nach Inkrafttreten der Gebührenanpassung müsse ein Endkunde pro Jahr etwa 30 Euro pro Person mehr bezahlen, rechnete dritter Bürgermeister Maximilian Wimmer (CSU) vor. Für einen durchschnittlichen Haushalt mit vier Personen und einem jährlichen Wasserverbrauch von rund 160 Kubikmetern steigt der Wasserbezugspreis demnach um rund 100 Euro. Den Landwirten tue es besonders weh, da einige von ihnen 1000 Kubikmeter Wasser im Jahr benötigen würden, so Bürgermeister Georg Schützinger.

»Wir müssen beimischen, damit schlagen die 57 Cent voll durch, sprich der reine Bezugspreis, den wir an den Wasserbeschaffungsverband Grabenstätt für das Beimischen zu entrichten haben«, so der gemeindliche Kämmerer Peter Drechsler. »Wir haben in den letzten beiden Jahren ein gewisses Defizit gemacht und das müssen wir wieder wegmachen«, betonte Schützinger und stellte klar, dass die Wasserversorgung eine kostenrechnende Einrichtung sei. Ohne Beimischen läge der Preis zwischen 1,20 und 1,30 Euro pro Kubikmeter Wasser. Die Kosten für die laufende Schutzgebietsausweisung würden lediglich über die kalkulatorischen Zinsen und damit über die Abschreibung Niederschlag finden, beantwortete Drechsler eine Frage von Gerhard Wirnshofer (Bürgergruppe).

Das Thema Schutzgebietsausweisung komme schon bald wieder in den Gemeinderat, kündigte Bürgermeister Schützinger an und betonte, dass das Wasser ein ganz wichtiges und schützenswertes Nahrungsmittel sei. Die Gemeinde müsse hier auch in Zukunft stets für alle Eventualitäten gewappnet sein. mmü