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Der Wahnsinn!

70 Jahre wäre Jimi Hendrix im gerade abgelaufenen Jahr geworden, hätte ihn im September 1970 nicht ein allzu früher Tod ereilt. Dass aber seine Musik unsterblich ist, bewies das Trio Faendrix mit seinem fulminanten Auftritt im Traunsteiner Tres. Immer und immer wieder kann man auch heute noch die zeitlos schönen Songs von Jimi Hendrix – Hey Joe, Purple Haze, All along the Watchtower, Voodoo Chile, The Wind cries Mary, Red House usw. usf. – hören, besonders wenn sie musikalisch dermaßen hochkarätig wie von Tom Kraller (Gitarre, Gesang), Bernhard Ostermaier (Bass, Gesang) und Max Ludwig (Drums) im Tres präsentiert werden. Dabei wurde dem ob der gezeigten Virtuosität andächtig bis verblüfft lauschenden Publikum rasch klar, warum sich das Trio nicht als Hendrix-Coverband sieht: Die Drei haben sich dem Sound des Musikgenies mit Haut und, naja, Haar verschrieben und bieten zwar authentische, aber dennoch höchst eigenständige Versionen seiner Songs mit einem großen Anteil an Improvisation. Wuchtig, aber dennoch transparent und trotz der bei Hendrix gebotenen nötigen Lautstärke und bei allen Verzerrungen und Rückkoppelungen ungeheuer filigran kommen die Stücke über die Rampe, jeder der drei Musiker erweist sich als absoluter Könner an seinem Instrument, da brennt die Leidenschaft, wird jedem Song neues, eigenes Leben eingehaucht. Dazu die höchst informative, witzige Moderation durch Bernhard Ostermaier, das Streben nach Authentizität auch beim Equipment – selbst die für die damalige Zeit so typischen Räucherstäbchen dürfen nicht fehlen. Man geht sicher nicht zu weit, wenn man behauptet, im Tres eines der besten Jimi-Hendrix-Konzerte aller Zeiten gehört zu haben. Schlicht und einfach: der Wahnsinn! Hei.

 
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