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Der vernünftigste Verrückte der Welt: Felix Baumgartner

New York (dpa) - «Daredevil» nennt man Menschen wie Felix Baumgartner in den USA, was für Draufgänger, Heißsporn oder eben Teufelskerl steht. In der Tat liest sich die Biografie des Österreichers wie die eines Mannes, der sich für unverwundbar hält.

Training
Extremsportler Baumgartner beim Training für seinen Sprung. Foto: Balazs Gardi/ Red Bull Stratos Foto: dpa

«Ich mag das Abenteuer. Aber ich bin keiner, der den Kick sucht», sagte er vor zweieinhalb Jahren der Nachrichtenagentur dpa. Damals stellte er in New York sein wohl gewagtestes Projekt vor: das Durchbrechen der Schallmauer im freien Fall, ohne jedes Fluggerät.

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Doch so waghalsig die Aktionen des 43-Jährigen in den vergangenen Jahren waren, so bodenständig begann sein beruflicher Werdegang: Baumgartner machte eine Lehre als Maschinenschlosser und arbeitet als Kfz-Mechaniker. Seinen ersten Skydive absolviert er mit 16 Jahren.

Der gebürtige Salzburger lernte dann beim Bundesheer, wie man komplizierte Absprünge macht. Doch was danach kam, wird in keiner Armee der Welt trainiert: Er sprang von der Christusstatue in Rio de Janeiro und von den Petronas Twin Towers in Kuala Lumpur - jeweils der niedrigste und der höchste der sogenannten Basejumps. Als Motto diente ihm sein Leben lang folgender Spruch: «Lerne zu lieben, wovor du dich fürchtest.»

Kaum ein hohes Gebäude, auf das es ihn nicht treibt. Und kaum eine Polizei, die ihn deshalb nicht wegen groben Unfugs oder anderer Vorwürfe festnehmen wollte. Allerdings gilt Baumgartner auch als einer, der höchsten Wert auf Sicherheit legt. Das Risiko soll berechenbar bleiben.

Sein bislang spektakulärstes Projekt war 2003 das Überfliegen des Ärmelkanals - im freien Fall. Zwei Meter breite Kunststoffflügel auf seinem Rücken halfen ihm dabei.

Der Sprung aus 36 Kilometern Höhe ist um ein Vielfaches gefährlicher. «Da ist durchaus auch Furcht, wie vor jedem Absprung», sagte Baumgartner vorher. «Aber Springen ist mein Leben und von diesem, genau diesem Sprung, habe ich mein Leben lang geträumt. Die Furcht ist deshalb kein Hindernis, sie sorgt nur dafür, dass wir es richtig machen.» Nach der erfolgreichen Mission will er als Hubschrauberpilot arbeiten.

In Roswell im US-Staat New Mexico verbrachte Baumgartner die Zeit vor dem Start im Kreise seiner Familie und seiner engsten Vertrauten. Seine Mutter Eva war das erste Mal bei einer seiner Aktionen live dabei und kaum nervös: «Ich weiß, er ist perfekt vorbereitet. Jetzt kann er seinen Kindheitstraum erfüllen.»

Baumgartner selbst hält seine Fans auf Facebook regelmäßig am Laufenden. «Drückt mir weiterhin die Daumen und hoffentlich hören wir uns morgen wieder, wenn ich wieder heil zurück auf der Erde bin», schrieb er seinen über 260 000 Anhängern am Samstagabend.