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Der Verbuschung den Kampf angesagt

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Ramsau: Der Verbuschung den Kampf angesagt
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Mühsam war die Arbeit trotz der vielen fleißigen Helfer. (Foto: LPV)

Ramsau – In einer großen Aktion über drei Tage wurden im Herbst die Datzentratte und der Gröllberg unterhalb des Ramsauer Soleleitungswegs geschwendet und damit Gehölzaufwuchs entfernt, denn die Flächen drohen zusehends zu verbuschen.


Die noch vorhandenen Restbestände an Magerrasen sind aber aus naturschutzfachlicher Sicht so erhaltenswert, dass man nicht tatenlos beim Zuwachsen zusehen will. So hat der Landschaftspflegeverband (LPV) mit kräftiger Unterstützung der Berechtigten und der Gemeinde Ramsau eine Schwendaktion organisiert, ein erster Schritt in einer Reihe von Maßnahmen, die dazu beitragen sollen, die wertvollen Magerrasen zu erhalten.

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Im Vorfeld waren dazu Abstimmungen mit dem Forstamt und den Bayerischen Staatsforsten notwendig, um klar festlegen zu können, welche Bereiche noch geschwendet werden können und welche nicht. Denn Teile der Fläche sind schon so mit Gehölzen bewachsen, dass sie inzwischen als Wald gelten und nicht mehr einfach geschwendet werden dürfen. Diese Abstimmungen liefen unter Federführung des Landschaftspflegeverbands.

Die Arbeit vor Ort wurde dann aber von den Berechtigten und von Bürgermeister Herbert Gschoßmann organisiert, der sich um die freiwilligen Helfer aus der Ramsau bemühte. Über 25 Leute aus der Gemeinde halfen den Berechtigten, Jung und Alt, Ministranten, Bergwachtler, Gemeinderäte und Nachbarn. Es wurden gemeinschaftlich Gehölze umgeschnitten und auf Haufen zusammengezogen. Vor allem die beteiligten Jugendlichen waren davon beeindruckt, wie viel Arbeit so eine Fläche macht, und konnten so auch einen anderen Blick auf die Landwirtschaft und ihre Bedeutung für die Erhaltung der Kulturlandschaft gewinnen.

Die Fläche wieder »in Schuss« zu bringen, ist sehr aufwendig und wird den LPV und alle Beteiligten noch viel Zeit und Energie kosten. Es gilt noch das Material zu beseitigen und im nächsten Jahr gezielt auf die Bekämpfung des Adlerfarnes und der Brombeerhecken loszugehen. Auch muss eine zusätzliche Beweidung zum Beispiel mit Ziegen erfolgen, um die Flächen von Adlerfarn und Brombeeren zu befreien – Kühe alleine schaffen das nicht. Aber das Ziel ist klar: »Wir wollen so wertvolle und für das Landschaftsbild bedeutende Flächen offenhalten und die Landwirte auch dabei unterstützen, die Flächen auch weiter zu pflegen. Dazu können wir Fördergelder des Naturschutzes einsetzen und werden das auch nach Kräften tun«, so Susanne Thomas, Geschäftsführerin des LPV.

Mit eingebunden in die Planung der Maßnahme waren die Untere Naturschutzbehörde, das Forstamt, die Bayerischen Staatsforsten, die Verwaltungsstelle der Biosphärenregion und der Verband der Forstberechtigten, die sich eng über die Offenhaltung der Flächen abstimmten. »Und die Datzentratte und der Gröllberg sollen nicht die einzigen Flächen sein, auf denen wir tätig werden. Es gibt auch jede Menge anderer Wiesen, Weiden und Almflächen, die erhaltenswert sind und wo der LPV unterstützen kann.«

Auskünfte zu den Schwendaktionen gibt es beim Landschaftspflegeverband unter Telefon 08654/1299133 oder unter info@lpv-bgl.de. fb