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Das sind die erfolgreichsten Zimmerer-Gesellen: Tobias Heigenhauser (Zweiter von links) und Christian Künzner (Zweiter von rechts). Obermeister Martin Kollmeier (links) und Prüfungsvorsitzender Ludwig Hartl gratulierten.

»Der schönste Termin im Jahr«: Festabend der Zimmerer-Innung TS-BGL – Prüfungsbeste sind Tobias Heigenhauser und Christian Künzner

Festabend für 40 Zimmerer-Gesellen: Sie wurden im Festsaal in Bergen nach bestandener Gesellenprüfung nach einer Jahrhunderte alten Tradition von den Pflichten ihrer Lehrzeit freigesprochen und in den Gesellenstand gehoben.


»Das ist für mich als Obermeister der schönste Termin im Jahr« sagte Martin Kollmeier. »Wir wollen Sie heute ehren. Durch Ihren Fleiß und Ihr Engagement können Sie voller Stolz Ihren wohlverdienten Gesellenbrief oder Ihre Urkunde zum Ausbaufacharbeiter entgegennehmen. Haben Sie Mut für neue Ideen und seien Sie stolze Zimmerer.«

Der Prüfungsvorsitzende Ludwig Hartl betonte, dass mit dem Erreichen des Gesellenstatus auch die Verantwortung wachse. »Ab jetzt heißt es, Verantwortung im Betrieb übernehmen und den Beruf des Zimmerers vertreten.« Die hohe Anzahl der Gesellen zeige, dass der Beruf des Zimmerers bei der Jugend Anerkennung finde.

Oberstudiendirektor Wolf-gang Kurfer sagte über das Zimmererhandwerk: »Abwechslungsreich bis in den letzten Winkel« – das treffe auch auf die Lehr- und Schulzeit der Zimmerer-Lehrlinge zu. »Die Zeit der Pandemie hat Euch gelehrt, flexibel und fortschrittlich zu lernen und neue kurzfristige Herausforderungen erfolgreich zu bewältigen.« Der Schulleiter betonte, dass das Zimmerer-Handwerk mit zu den ältesten Berufen im Handwerk gehöre und auf eine lange Tradition zurückblicken könne. Gleichwohl befinde es sich in einem technischen Wandel und werde sich weiter verändern. Energiesparendes Bauen, Sanieren und Renovieren, der Einsatz von nachhaltigen Rohstoffen und modernsten Maschinen erfordere auch stetige Weiterbildungen der Fachkräfte.

Matthias Pfeilschifter von der Förderberufsschule der Jugendsiedlung Traunreut gratulierte: »Ihr habt es geschafft!« Den Beruf des Zimmerers hätten die jungen Leute nicht aus einer Laune heraus erlernt. Er setze unter anderem auch die Liebe zum Werkstoff Holz voraus. Daneben sei dieser auch körperlich anspruchsvoll. Die jungen Gesellen hätten sich in ihrem Wunschberuf »durchgebissen.« Früher seien sie anschließend auf die Walz gegangen, heute würden die jungen Fachkräfte weitestgehend ihren Betrieben treu bleiben.

»Ihr gezeigtes Können, Ihr Durchhaltevermögen und Ihr Fleiß verdienen große Anerkennung«, betonte Kreishandwerksmeister Gerhard Kotter. Er lobte alle, die die Gesellen in ihrem Erfolg begleitet haben. Kotter führte nach seiner Rede die Freisprechungszeremonie durch: Eine kurze gesprochene Formel sorgte dafür, dass aus den Lehrlingen Gesellen wurden.

Nicht ohne Stolz holten sich die jungen Zimmerer dann ihren Gesellenbrief ab. 42 Gesellen waren zur Sommer- und Winterprüfung angetreten, 40 haben diese erfolgreich abgelegt. Der Notendurchschnitt aus Theorie und Praxis liegt bei 2,80. Prüfungsbester der Sommerprüfung ist Tobias Heigenhauser vom Ausbildungsbetrieb Weiß Holzbau in Staudach-Egerndach mit einem Notenschnitt von 1,3 und in der Winterprüfung Christian Künzner vom Ausbildungsbetrieb Ludwig Hartl aus Palling mit einem Schnitt von 2,0.

awi