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Dennis Schröders «Traum» von der NBA wird wahr

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NBA-Draft
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Dennis Schröder wurde von den Atlanta Hawks an 17. Stelle unter Vertrag genommen. Foto: Justin Lane Foto: dpa

New York (dpa) - Seinen rasanten Aufstieg in die NBA erlebte Dennis Schröder mitten in der Nacht vor dem heimischen Bildschirm. Als die Atlanta Hawks den Junioren-Nationalspieler an der 17. Stelle der Draft-Talenteziehung auswählten, jubelte der 19-Jährige mit seiner Familie in Braunschweig.


«Es ist ein unglaubliches Gefühl und mein Traum ist wahr geworden», sagte Schröder, der zuletzt in der Bundesliga für die New Yorker Phantoms aktiv war. Er ist der erste Deutsche, der 15 Jahre nach Superstar Dirk Nowitzki wieder in der ersten Runde aufgerufen wurde. «Ich habe den ganzen Abend mit meiner Familie darauf gewartet, dass mein Name genannt wird. Ab dem achten Pick stieg die Anspannung etwas, aber dann kam ja zum Glück die Bekanntgabe.»

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Da seine Familie kein Visum für die USA bekommen hatte, hatte Schröder die Veranstaltung in der Heimat verfolgt und führte um kurz vor fünf Uhr deutscher Zeit die ersten Interviews mit US-Medien via Skype. «Dennis ist ein hartnäckiger Verteidiger, hat eine gute Geschwindigkeit und Energie. Wir denken, dass er eine gute Karriere haben kann, wenn er sich entwickelt und die Gelegenheit dazu bekommt», sagte Atlantas General Manager Danny Ferry, der Schröder so schnell wie möglich in die USA holen will. Die Vorfreude der Hawks auf den deutschen Wirbelwind fasste Atlantas neuer Coach Mike Budenholzer in einem Satz zusammen: «Wir sind wirklich froh, dass wir Dennis bekommen.»

Dass Schröder lieber daheim mit seiner Familie auf den bislang größten Moment seiner sportlichen Laufbahn wartete, anstatt das Spektakel in New York zu verfolgen, sagt viel über Deutschlands neue große Basketball-Hoffnung aus. Der 19-Jährige gilt als Familienmensch, hilft hin und wieder auch mal im Friseursalon seiner aus Gambia stammenden Mutter aus, wenn Not am Mann ist.

In seiner Jugend galt Schröder oftmals als schlampiges Talent. Der Skateboard-Freak verpasste schon einmal die eine oder andere Trainingseinheiten, nahm Anweisungen seiner Coaches nicht immer ganz so ernst. Doch als sein Vater vor vier Jahren völlig unerwartet an einem Herzinfarkt starb, besann sich Schröder Junior auf seine Fähigkeiten. «Ich habe ihm versprochen, alles zu geben, um meinen Traum von der NBA zu verwirklichen», erinnerte sich Schröder kurz vor der Draft in der «Welt am Sonntag». Seit Donnerstagnacht hat der jüngste Allstar in der Bundesliga-Geschichte das Versprechen eingelöst.

Zwar wird der Point Guard wie bereits zuvor geplant den Auftakt in die EM-Vorbereitung mit der deutschen Nationalmannschaft verpassen - dennoch freute sich auch Bundestrainer Frank Menz natürlich mit seinem Toptalent. «Das ist eine tolle Sache», betonte er. «Für ihn geht mit der NBA sein persönlicher Traum in Erfüllung.» DBB-Präsident Ingo Weiss gratulierte ebenfalls: «Er ist für seine harte Arbeit belohnt worden und kann nun seinen Traum leben und in der NBA spielen.»

Nowitzki bekommt damit in der besten Basketball-Liga der Welt endlich weitere Gesellschaft aus Deutschland, nachdem in der vergangenen Saison bereits Tim Ohlbrecht bei den Houston Rockets den Sprung geschafft hatte und dort zu drei Kurzeinsätzen gekommen war. Nowitzki verfolgte die Draft-Show zusammen mit den Mavericks- Verantwortlichen in Dallas und erlebte einige hektische Stunden aus Sicht der Texaner.

Am Ende sicherte sich Dallas die Dienste von Point Guard Shane Larkin von der Miami University. Der 20-Jährige war eigentlich ebenfalls von Atlanta an 18. Stelle ausgesucht worden, dann aber nach Dallas weitergereicht worden. Die Mavs hatten zuvor ihren 13. Pick Kelly Olynyk an die Boston Celtics abgegeben. Dallas ging es dabei vor allem darum, weiteres Geld für Verpflichtungen im Sommer zu sparen. Insgesamt haben die Mavs nun 1,09 Millionen Dollar mehr zur Verfügung, um von 1. Juli an um Superstars wie Dwight Howard von den Los Angeles Lakers mitzubieten.

Die weiteren drei zur Draft angemeldeten Deutschen - Elias Harris, Daniel Theis und Bogdan Radosavljević - wurden von keiner der 30 Mannschaften ausgesucht. «Das ist nicht das Ende der Welt. Es gibt mehr als einen Weg, um mein Ziel zu erreichen», twitterte Harris, der dieses Jahr seine Collegekarriere beendet hatte.

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