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Den Seelsorger gut »hinausgespielt«

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Mit einem festlichen Kirchenkonzert in der Traunsteiner Pfarrkirche Heilig Kreuz wurden Pater Ferdinand Zech und die Missionare vom Kostbaren Blut verabschiedet. (Foto: B. Heigl)

Nein, bei einem Kirchenkonzert gibt es keine Zugabe, normalerweise! Aber die Zuhörer, die zum Kirchenkonzert »Te Deum laudamus« zur Verabschiedung von Pater Ferdinand Zech und den Missionaren vom Kostbaren Blut in die Pfarrkirche Hl. Kreuz in Traunstein gekommen waren, applaudierten so begeistert und stehend, sodass schnell klar war, dass es unbedingt noch einen musikalischen Nachschlag geben musste.


Zu Recht! Denn was Stephan Hadulla und sein Kirchenchor Haslach/Hl.Kreuz und das Orchester »barocco gusto« präsentierten, war so festlich-feierlich wie temperamentvoll. Dazu spielten die Instrumentalisten feinnervig die zwei Geigen, die Viola, die drei Trompeten, den Bass und die Truhenorgel und an den beiden Pauken war Martha Hadulla eindrucksvoll zu Gange. Die Komponisten und Stücke waren für diese Feierlichkeit gut gewählt, ja, man könnte sagen, sie haben den Pater gut »hinausgespielt«.

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Das Konzert begann mit dem festlichen »Haec est dies« des tschechischen Komponisten Franz Xaver Brixi mit himmlisch schön gesungenen Halleluja-Passagen; dies war auch das Stück, das sich das Publikum als Zugabe erklatschte. Weiter ging es mit einer Uraufführung, dem Orgelkonzert von Christoph Nichelmann, einem Schüler Bachs, in drei Sätzen, die jedenfalls in diesem Jahrhundert, so der Solist Thomas Maerkl, der die Truhenorgel spielte, vermutlich noch nicht gespielt worden ist. Da es bisher nur in der Orginalhandschrift und noch nicht im Druck erschienen ist, musste Maerkl es erst in spielbares Notenmaterial umwandeln. Auch hier waren Rhythmik und Melodik von Orchester und Thomas Maerkl an der Truhenorgel in der Ausführung so substantiell, so virtuous gestaltet, dass es einem Herz und Geist erfrischte.

Nach einer launig-orginellen Rede des evangelischen Stadtpfarrers Sebastian Stahl an Pater Ferdinand wurde das Hauptwerk, das deutsche »Te Deum« von Gottfried Heinrich Stoelzel, einem Zeitgenossen Johann Sebastian Bachs, zu Gehör gebracht. Vielstimmige ineinander verschränkte Choreinsätze, festlicher Trompetenjubel, feierliche Paukenschläge und die Gesangs-Solistinnen Martha Bergert und Eva Thurner ließen das Werk in fast überirdischem Glanz erstrahlen.

Als Dank für diese gelungene Verabschiedung, ließ es sich Pater Ferdinand Zech nicht nehmen, jedem Teilnehmer des Konzerts eine rote Rose zu überreichen. Barbara Heigl