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Den Garten genießen: Eine Oase für die Sinne kreieren

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Auch den eigenen Garten kann man in ein Paradies für die Sinne verwandeln. Etwa mit intensiv duftenden Pflanzen. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
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Flauschig und weich fühlt sich der Woll-Ziest (Stachys Ianata) im Sinnesgarten an. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn
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Anfassen und Erleben - im Sinnesgarten dürfen Pflanzen berührt werden. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
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Auch für den Gaumen gehört etwas in den Sinnesgarten - etwa Heidelbeeren. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-tmn
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Duftende Pflanzen wie der Jasmin bieten sich für den Sinnesgarten an. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn
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Kugeldisteln sprechen die Sinne an - sie piksen beim Berühren. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn

Sehen, riechen, hören, fühlen und schmecken: Ein Garten an sich ist schon ein sinnliches Erlebnis. Bestimmte gestalterische Elemente und ausgewählte Pflanzen helfen, die Sinne noch stärker anzusprechen.


Einen Garten ohne Kräuter kSehen, riechen, hören, fühlen und schmecken: Ein Garten an sich ist schon ein sinnliches Erlebnis. Bestimmte gestalterische Elemente und ausgewählte Pflanzen helfen, die Sinne noch stärker anzusprechen.ann sich Doris Pöppel nicht vorstellen. Selbst wenn sie die Pflanzen nicht allesamt in der Küche verwendet: Allein schon wegen des Duftes von Pfefferminze, Fenchel, Thymian, Waldmeister und Rosmarin mag sie auf diese Pflanzen im Beet nicht verzichten. «Ich bin ein Nasenmensch und mag alles, was schön duftet. Aus manchen Pflanzendüften würde ich am liebsten ein Parfüm kreieren», sagt die Staudengärtnerin.

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Dass Pflanzen in besonderer Weise die Sinne ansprechen, ist nichts Neues. «Rausgehen in die Natur – oder zumindest in die gezähmte Natur eines Gartens – ist ein altes Heilmittel, um die Seele, den Körper und auch das Herz wieder geradezurücken - im übertragenen wie im eigentlichen Sinn», sagt Buchautorin Christine Paxmann aus München. In urbanen Gegenden werden solche natürlichen Oasen inzwischen bewusst angelegt - als spezielle Sinnesgärten.

Oft haben sie auch einen therapeutischen Hintergrund, etwa für Menschen mit Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) oder einer Demenzerkrankung. «Gut gemachte Sinnesgärten steigern nachweislich die kognitiven Fähigkeiten, fördern die Aufmerksamkeit und regen den gesamten Stoffwechsel an», sagt Paxmann. «Tasten, riechen, hören, sehen und auch schmecken – all das wirkt sich auf den Hypothalamus aus, unsere wichtigste Steuerzentrale für das vegetative Nervensystem.»

Auch den eigenen Garten kann man in ein Paradies für die Sinne verwandeln. Landschaftsarchitekt Manuel Sauer aus Bonn empfiehlt, die Bereiche nicht zu kleinteilig zu gestalten. «Je mehr Blütenfolgen oder unterschiedliche Gewächse ein Beet hat, umso unruhiger und auch pflegeintensiver wird es. Großflächige Bepflanzungen hingegen wirken harmonisch, lassen viel stärkere Bilder und eindrucksvollere Effekte entstehen.» Sein Tipp, damit solche Flächen nicht monoton wirken: für die Fläche Bodendecker einsetzen und an bestimmten Stellen Ruhepole mit prägnanten Pflanzen in Dreiergruppen kreieren.

Ziergräser sind laut Sauer für einen Sinnesgarten geeignet – sowohl als kleinwüchsige Varianten wie das Zwerg-Lampenputzergras der Sorte 'Little Bunny' (Pennisetum alopecuroides) als auch hochwachsende Formen wie das Chinaschilf der Sorte 'Ghana' (Miscanthus sinensis) oder das Pampasgras (Cortaderia selloana). «Wenn der Wind an heißen Sommertagen durch die Halme streicht, hört man ein leichtes Rauschen, das auch ein Gefühl von Kühle vermittelt», findet der Staudengärtner.

Damit man die Sinneswahrnehmungen bewusst erfahren kann, sollte es möglichst wenige Barrieren zwischen Mensch und Natur geben. Ein Sitzplatz inmitten von Lavendel oder umrankt von duftenden Rosen kann zum Verweilen und Genießen einladen. Auf einem Barfußweg lassen sich verschiedene Moose sowie Naturmaterialien wie Rindenmulch, Kiesel, Erde und Sand erfühlen. Ein Hochbeet wiederum kann helfen, duftende oder angenehm anzufühlende Pflanzen leicht zu erreichen.

Autorin Paxmann rät, Pflanzen auszuwählen, die auf relativ kleinem Raum bestimmte Sinne stark ansprechen: «Ein Sinnesgarten muss kein riesiges Areal sein, auch ältere Menschen sollen ja mit wenigen Schritten vielfältige Erfahrungen sammeln können.» Neben Kräutern, die von selbst oder bei Berührung duften, bieten sich auch Blumen und Sträucher wie Levkojen (Matthiola), Malven (Malva), Flieder (Syringa) und Jasmin (Jasminum officinale) an.

Verschiedene Blattstrukturen wiederum laden zum Ertasten ein. «Die Römische Kamille (Chamaemelum) bildet kuschelige weiche Teppiche, die zudem auch duften. Flauschig und weich sind Woll-Ziest (Stachys byzantina), Perlkörbchen (Anaphalis) und Zartes Federgras (Stipa tenuissima)», erläutert Pöppel. Eher pockig und genarbt ist das Laub der Gattung Schaublätter (Rodgersia) und Maiäpfel (Podophyllum).

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Kugeldisteln sprechen die Sinne an - sie piksen beim Berühren. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn

Besonders glatte Blätter haben hingegen die Christrose (Helleborus niger) und die zahlreichen Funkiensorten (Hosta). «Da ist jedes Blatt ein Kunstwerk», sagt Pöppel. Wer es pieksig mag, dem empfiehlt sie Vertreter der Kardendisteln (Morina), Silberdisteln (Carlina), Kugeldisteln (Echinops) und Edeldistel (Eryngium).

Auch für den Gaumen gehört etwas in den Sinnesgarten - etwa Mini-Tomaten sowie Naschobst wie Erdbeeren und Himbeeren. Landschaftsarchitekt Sauer empfiehlt die Felsenbirne (Amelanchier). «Die dunkelroten bis bläulichen Beeren der Felsenbirne schmecken sehr lecker und ziehen auch viele Vögel an.» Genießbar, wenn auch herber im Geschmack sind die Früchte von Zierapfel (Malus) und Blumenhartriegel (Cornus kousa).

Neben der Bepflanzung können auch weitere Elemente für eine sinnliche Atmosphäre sorgen: Klangschalen und -Orgeln in Bäumen und Sträuchern hängen, schlägt Gärtnerin Pöppel vor. Oder eine kleine Wasserstelle, die leise plätschernd an heißen Tagen Mensch und Tier gleichermaßen Erfrischung bietet. «Wasser ist Leben, und der Anblick des Elementes hat etwas Meditatives», sagt die Staudengärtnerin. Es muss aber nicht gleich ein Teich oder ein Springbrunnen sein. «Ein altes Holzfass oder eine nostalgische Zinkwanne bringen ein Stück Natur in den Garten und laden Vögel zum Trinken und Baden ein.»

Grundsätzlich empfiehlt Paxmann, die Sinneserlebnisse zu steigern, indem man zum Beispiel auf einem bestimmten Weg durch den Garten geht. «So werden die Sinne langsam trainiert und nicht überfordert. Denn eines darf man nicht vergessen: Ein Zuviel, auch von sanften Sinnesimpulsen, kann das Gegenteil bewirken - es nervt.»

Von Melanie Öhlenbach, dpa