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Dem HSV gehen die Spieler aus - Van der Vaart fehlt

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Not-Hoffnungsträger
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Jacques Zoua ist der einzig verbliebene HSV-Stürmer. Foto: Marcus Brandt Foto: dpa

Hamburg (dpa) - Vor dem Kellerduell gegen Eintracht Frankfurt am Samstag muss HSV-Trainer Mirko Slomka sogar Ein-Tore-Stürmer Jacques Zoua starkreden.


»Er ist ein lauffreudiger und kopfballstarker Spieler, ich traue ihm alles zu«, sagte Slomka über den Kameruner, der ihm faktisch als einziger Angreifer zur Verfügung steht. Seine Bundesligatauglichkeit hat der 22-jährige Zoua indes noch nicht nachgewiesen beim Hamburger SV.

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Als wäre der Ausfall von Torgarant Pierre-Michel Lasogga (Muskelverhärtung) nicht schon schlimm genug, kehrte auch noch Marcell Jansen (Knöchel-Operation) von der Nationalelf verletzt zurück. Und Kapitän Rafael van der Vaart fehlt wegen einer fiebrigen Grippe. »Hamburger Seuchen-Verein« titelte die »Hamburger Morgenpost« treffend.

Slomka musste sogar die No-Name-Youngster Valmir Nafiu, Ashton Götz und Matti Steinmann von der U23 zu den Profis hochziehen. Der 46-Jährige lässt vor dem wichtigen Bundesliga-Heimspiel (15.30 Uhr), seiner dritten Partie als HSV-Coach, dennoch keine Ausreden gelten. »Wir brauchen sicherlich eine sehr kämpferische Mannschaft. Ich erwarte, dass wir Frankfurt schlagen.«

Wieder mal muss Slomka die Viererkette umbauen - neben Jansen fällt zu allem Überfluss auch noch Innenverteidiger Lasse Sobiech (Gehirnerschütterung) aus. Weil auch Zhi-Gin Lam (Adduktorenprobleme) passen muss, könnte Heiko Westermann auf der ungewohnten linken Verteidigerposition auflaufen. Slomka weiß, dass die Abwehr die saisonale HSV-Baustelle ist. »Dass wir da schon die ganze Saison Probleme haben, sieht man an den Toren.« 52 Gegentreffer sind Liga-Höchstwert.

Der Neue am Volkspark will nicht alles negativ sehen. So lobt er Torhüter René Adler, der ihn gegen Dortmund (3:0) und auch in Bremen (0:1) überzeugt hat: »René hat zwei tolle Spiele gemacht.« Auch Innenverteidiger Johan Djourou und Tolgay Arslan gefielen ihm. Er erwarte nun, dass in den beiden Heimspielen mit etwa 50 000 Zuschauern gegen die Hessen und in der Woche darauf gegen den 1. FC Nürnberg um jeden Meter gekämpft werde, sagte Slomka.

Über die Verletzten und Kranken will der ehemalige Hannover-Coach nicht lange lamentieren. Nur van der Vaart wünscht er sich besonders schnell zurück: »Ich hätte ihn sehr gern auf dem Platz. Kritik an einzelnen halte ich derzeit für völlig überflüssig.« Der Kapitän war zuletzt von vielen Experten wegen seiner mangelnden Leistung angegriffen worden. »Ich hätte ihm gern die Last von den Schultern genommen, aber mehr als ein, zwei Telefonate waren zuletzt nicht drin. Rafael ist jemand, der Lob und Kritik gut verarbeiten kann. Er wird das wegstecken, so einen Eindruck macht er auf mich.«

Gäste-Coach Armin Veh, dessen Abschied als Eintracht-Trainer nun feststeht, warnte davor, sein dezimiertes Ex-Team zu unterschätzen: »Wir lassen uns von den personellen Problemen des HSV nicht beeindrucken. Die haben noch gute Spieler in ihrem Kader.« Auch Veh beklagt Verletzungssorgen: Ebenso wie Sebastian Rode (Knorpelschaden im Knie) fehlt Linksverteidiger Bastian Oczipka (Muskelfaserriss im Oberschenkel). Der Einsatz von Abwehrchef Carlos Zambrano (ebenfalls Oberschenkelprobleme) entscheidet sich laut Veh erst kurzfristig.

Eine erfreuliche Personalie konnten die Hessen aber auch vermelden: Alex Meier bleibt um drei weitere Jahre. Der Ur-Hamburger, der einst für den FC St. Pauli und den HSV spielte, ist inzwischen seit zehn Jahren bei den Hessen. »Mittlerweile nach so langer Zeit ist eine Partie gegen den HSV ein Spiel ohne sonderliche Emotionen für mich.«