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Das Wunder der Geburt Christi musikalisch perfekt erzählt

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Der Chor des Kirchanschöringer Gesangvereins unter der Leitung von Peter Emmert in der Kirche St. Michael. (Foto: Caruso)

Präzise Töne, akzentuiert gesetzt, prägten das abendliche Adventsingen des Kirchanschöringer Gesangvereins in der stimmungsvoll von Kerzenlicht erhellten Pfarrkirche St. Michael. Eingebettet in alpenländisch-volkstümliche Weisen, erzählten die wohlklingenden Stimmen des gemischten vierstimmigen Chores, den Peter Emmert mit stilsicherer Hand führte, musikalisch die Geburtsgeschichte Jesu und das Verkündigungsgeschehen auf dem Felde.


Als zuverlässiger und anschmiegsamer Partner erwies sich die Rothler Stubenmusik, die mit Hackbrett, Zither, Diatonischer Ziach und Gitarre sanft und mit viel Liebe das Wunder der Geburt Christi in weiteren Stücken instrumental beschrieb und das Jesuskind willkommen hieß. Dem Raum des Gotteshaues entsprechend, drehte sich alles um die Menschwerdung Christi, seine Ankunft im Herzen und schließlich die ewige Ankunft in Herrlichkeit.

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Einen wohlklingenden Beitrag zum Konzertgelingen leisteten auch die sieben, vorwiegend jugendlichen Bläser der Querblechmusi aus Leobendorf, die von der Empore aus mit ausgewählten Werken das Erleben der Hirten in den Vordergrund stellten. Ihr Spiel und die besinnlichen Texte, die Sprecher Franz Pfaffinger in Mundartversen vortrug, steuerten ebenfalls dazu bei, dass die zahlreichen Konzertbesucher den pulsierenden Kern des weihnachtlichen Gedankens spürten und die uralte Botschaft vom Licht, das in finsterer Zeit geboren wird, neu erfahren durften. Das Publikum zeigte sich überaus dankbar und spendete den Interpreten herzlichen und kräftigen Applaus. Im Anschluss waren die Gäste voll des Lobes für die musikalische Gesamtdarbietung.

Nach den Grußworten von Günther Gaiser, dem Vorsitzenden des Gesangvereins, widmeten sich die Bläser der Querblechmusi zu Beginn der Aufführung mit der Volksweise »Gott grüaß enk miteinand« den Tönen, die Peter Moser für Blechbläser arrangiert hatte. Überarbeitet hat Moser auch die weihnachtlichen Stücke »Die Hirten auf den Auen«, »Auf, auf Ihr Hirten« und »Was gibt's denn heut noch Neues«, die die Bläsergruppe dann im weiteren Verlauf des Programms von der Empore aus erklingen ließ.

Mit »Zum Hintreloana« setzte die Rothler Stubenmusik das Signal, sich zurückzulehnen und der Musik zu lauschen. Nach diesem schönen Auftakt musizierte das Quartett mit Christine Dürnberger (Hackbrett), Christa Huber v(Zither), Stefan Zehentner (Gitarre) und Erich Zehentner (Ziach) sichtlich engagiert die Melodien »Pinsdorfer Walzer«, »Andachtsweis« und »Lebenslauf« ebenso wie den »Nanei Landler«.

Der Chor des Gesangsvereins wartete zunächst mit dem Stück »Im Wald is so staad«auf, das Dirigent Peter Emmert arrangiert hatte, ehe sich die Stimmen höchst geschmeidig der Hoffnung und Zuversicht in »Advent ist ein Leuchten« hinwendeten. Dann war die moderne Komposition »Es treibt der Wind« zu hören, die sowohl die Kraft der hohen als auch der tiefen Stimmen effektvoll zum Ausdruck brachte. Der Bassgruppe im Chor auf den Leib zugeschnitten hatte Peter Emmert das Lied »Jene Nacht der Wintersonne« eingerichtet. Dieses Stück wechselte nämlich von Einstimmigkeit auf Mehrstimmigkeit, wobei der Bass das Solo übernahm. Bei »Hör den Klang in der Stille« überzeugte vor allem die stimmliche Leuchtkraft von Sopranistin Barbara Rajner in der Solopartie. Voller Hingebung behandelte das Ensemble auch das Lied »Wieder naht der heilige Stern«, das durch stilvollen Vortrag kraftvoll die freudige Erwartungshaltung verriet.

Dass der Chor in der Lage ist, mühelos alle Wechsel in Tempo, Rhythmik und Dynamik zu meistern, verdeutlichte er besonders in der »Herbergssuche«. Gut gestaltete Übergänge sorgten dafür, dass die motivischen Ereignisse auch in den Nebenstimmen transparent waren. Überraschende Hörentdeckungen gab es dann noch in dem im Dreivierteltakt gehaltenen Weihnachts-Choral »Nun kommet alle zur Krippe« und in dem Psalm »Herr, Deine Güte«, dem ein dynamisches Crescendo Leben, Farbe und Abwechslung verlieh.

Zwischen den Klangerlebnissen fand Franz Pfaffinger aus dem österreichischen Göming in Mundart gehaltene, besinnliche Verse und Worte zum bevorstehenden Fest. Schließlich mündete die Konzertstunde in der Pfarrkirche St. Michael in den bekannten Andachtsjodler aus der »Bauernmesse«, in den auch die Besucher freudig einstimmten, ehe sie kräftigen Applaus spendeten. ca

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