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Das war am 25. November 1899 zu lesen

Traunstein. Wie mitgeteilt wurde, sollen dieser Tage in Traunstein und Au Unterschriftsbögen zu dem Zwecke zirkulieren, daß durch Vermittlung der beiden Kollegien hier die Beerdigungen für Reich und Arm auf den Nachmittag verlegt oder doch wenigstens nicht vor 9 Uhr am Vormittag stattfinden sollen.

Es ist geradezu dem Geiste des Christentums zuwider, daß man für die Minderbemittelten und armen Volksklassen die Beerdigungen bei Nacht und Nebel vornimmt, so daß sogar angesichts der Majestät des Todes noch die Geldbeutelfrage in Betracht kommt.

Unter den Werken der Barmherzigkeit steht: »Die Toten begraben« verzeichnet, jedoch ohne welchen Zusatz, zu welcher Stunde die Reichen und Armen beerdigt werden sollen. Wir ersuchen, die Listen recht zahlreich und baldigst zu unterzeichnen, damit die Angelegenheit rasche Erledigung findet.