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Das Spiel noch aus dem Feuer gerissen

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Markus Koller (r.) wurde vom Bischofswieser Trainer in die Abwehr beordert, wo er – wie auch seine Mitspieler – eine starke Leistung zeigte. (Foto: Wechslinger)

Bischofswiesen – Nach 30 Minuten hätte bei einem 0:3-Rückstand auch der größte Anhänger des FC Bischofswiesen nicht mehr auf sein Team gewettet. Immerhin hatte Inzell die Gastgeber auf dem Kunstrasenplatz eine halbe Stunde lang an die Wand gespielt. Dann aber startete der FCB eine furiose Aufholjagd und siegte am Ende mit 6:3. Vater des Sieges war Sebastian Vorberg, der vier Tore erzielt hat.


Trainer Franz-Josef Kaindl überraschte mit dem jungen Christoph Renoth im Tor sowie den ehemaligen Mannschaftsstützen Matthias Schulmayr und Athanassios Moralis, der später eingewechselt worden ist. Beide leisteten wertvolle Dienste für ihr siegreiches Team.

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Zunächst stand die Begegnung vor gut 200 Zuschauern jedoch völlig im Fokus der Gäste, die gekonnt aufspielten und die teilweise desorganisierte Bischofswieser Abwehr ein ums andere Mal aufrissen. Die Folge war schon in der zehnten Minute der frühe Führungstreffer des SC Inzell durch Fabian Zeidler. Als der beste Inzeller Andreas Panitz bereits zwei Minuten später das 2:0 nachlegte, schien sich bei der Spielweise der Platzherren ein Debakel anzubahnen. Keiner der Bischofswieser Akteure erreichte zu diesem Zeitpunkt Normalform. Während die Gäste beinahe nach Belieben wirbelten und das Match fest im Griff hatten, war das Spiel der Platzherren von Fehlpässen sowie Sturm- und Abwehrschwächen gekennzeichnet. Beim zweiten Gegentreffer wurde auf der rechten Seite nicht energisch angegriffen, Schaffler konnte flanken und Panitz erzielte im Nachschuss den zweiten Treffer für sein Team.

Doch bereits zu diesem frühen Zeitpunkt war bei den wenigen Entlastungsangriffen der Platzherren erkennbar, wie schwach Inzell in der Abwehr stand. Nur vermochten die Platzherren dies in der frühen Spielphase nicht auszunützen. Obwohl Bischofswiesen nach dem zweiten Inzeller Treffer besser ins Spiel gekommen ist, ging der Gast durch Panitz nach einer zuvor vergebenen Kopfballchance in der 29. Minute mit 3:0 in Führung. Die Bischofswieser Abwehr glich zu diesem Zeitpunkt einem aufgescheuchten Hühnerhaufen.

Die Moral der Gastgeber war jedoch trotz des klaren Rückstandes intakt, während sich die Inzeller auf der Straße der Sieger wähnten. Dies sollte sich rächen. Denn in der 33. Minute nahm Sebastian Vorberg aus gut 25 Metern erstmals Maß und zirkelte die Kugel am schwachen Inzeller Torhüter Bernhard Hallweger zum 1:3 ins lange Eck. Wenig später sahen sich die Platzherren im Glück, als Panitz zum dritten Mal traf. Doch Schiedsrichter Anton Feil vom TSV Bad Reichenhall hatte es besser gesehen und gab den Treffer wegen einer angeblichen Abseitsstellung nicht.

Gut möglich, dass dies die Initialzündung für das Kippen des Spiels zugunsten des FCB war. Denn beinahe aus der gleichen Situation wie beim 1:3 zirkelte Vorberg mit seinem bekannt zielgenauen Schuss den Spielball aus diesmal näherer Torentfernung zum 2:3-Anschlusstreffer in die Inzeller Maschen. Jetzt war Bischofswiesen zurück im Spiel, da es sogleich in die Halbzeitpause ging, in der Trainer Franz-Josef Kaindl seiner Mannschaft anscheinend genau das Richtige gesagt hat.

In der zweiten Spielhälfte spielten praktisch nur mehr die Bischofswieser, die Gäste liefen jetzt wie Statisten umher. Dennoch dauerte es bis in die 60. Minute, ehe der gut aufgelegte Christoph Gruber den viel umjubelten Ausgleichstreffer erzielt hat. Dann war wiederum Vorberg dran, der den FCB in der 72. Minute erstmals in Führung schoss und sechs Minuten hierauf das 5:3 nachlegte. Die Inzeller hatten ob des druckvollen Spiels der Gastgeber längst aufgegeben. So kam auch Benjamin Fegg gerade einmal vier Minuten nach seiner Einwechslung im ersten Spiel für die erste Mannschaft zu einem Tor.

Am Ende eines verrückten Fußballspiels stand es 6:3 für den FC Bischofswiesen. »Ich hoffe, dass der bekannte Knoten jetzt endgültig geplatzt ist«, erklärte Vorstand Andreas Maltan.

FC Bischofswiesen: Renoth (ab 46. Köppl); Huthöfer, Jung, Schulmayr, M. Koller, Geisler, Gruber, Hinterbrandner, Ottmann, Vorberg, Datz, Fegg, Moralis. Christian Wechslinger