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Das Gleichnis von Zachäus

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Die Kulisse der Zöllner Bergmesse ist immer wieder beeindruckend. (Fotos: B. Stanggassinger)

Schönau am Königssee – Zum Gedenken an die verstorbenen Zöllner fand vergangenen Sonntag bei wolkenlosem, aber auch windigem Wetter die Zöllner Bergmesse am Pfaffenkegel statt.


Vor einem brennendem Feuer vor dem Kreuz auf der Felsnadel hielt ein Zöllner in Uniform Mahnwache. In einer Mulde auf dem Weg zum Hohen Brett war ein geschmückter Altar aufgebaut. Auf dem Altar steht der Entwurf eines Kreuzes, das im Original mit einer Höhe von zwei Metern gebaut wurde und nun am Pilgerweg von Maria Eck zum Hochfelln steht.

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Pater Joachim von Maria Eck hat den Zöllnern das Altarkreuz und einen Altartisch gespendet. Vor und neben dem Altar blühten noch mehrere Edelweiß, welchen man mit Steinen eine Art Beet-Einfassung machte.

Der Aufstieg vom Stahlhaus zum Pfaffenkegel erforderte etwas Mühe, da der Altar, ein Gedenkkranz und die Weihnachtsschützenböller hinaufgetragen werden mussten. Pater Kajetan bewältigte den Aufstieg in seiner Klosterkutte. Bei der Almer Wallfahrt hatte der Pater die Pressesprecherin des Hauptzollamtes Patrizia Kaiser kennen gelernt und so war die Freude des Wiedersehens am Pfaffenkegel groß.

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Ein Kranz für die verstorbenen Zöllner.

Gruß- und Dankesworte gab es vor Beginn des Gottesdienstes vom Vertreter des Hauptzollamt-Vorstehers Rosenheim, Oberregierungsrat Reinhard Mayr. Musikalisch wurde die hl. Messe von der Musikkapelle Marktschellenberg umrahmt. Pater Kajetan erzählte in seiner Predigt geschichtliches von Zachäus, ein »Oberster der Zöllner« und »Reicher« vor 2 000 Jahren. Im Kontrast dazu war er »klein von Gestalt«: Er kletterte auf einen Maulbeer-Feigenbaum, um den von einer Volksmenge erwarteten Einzug Jesu in die Stadt beobachten zu können. Völlig überraschend begrüßt Jesus ihn im Vorbeigehen mit seinem Namen und kehrt dann in Zachäus' Haus ein.

In seinen Gleichnissen ging es darum, »dass Gott zu uns kommt, obwohl wir Sünder sind«, erklärte Pater Kajetan, »Gott liebt uns.« Zwei Weihnachtsschützen schossen zu hl. Wandlung und zum Schluss. Zwei weibliche Fahnenabordnungen mussten aufgrund der heftigen Windverhältnisse durch zwei männliche unterstützt werden. Nach dem Gottesdienst wurde ein Kranz am Kreuz niedergelegt.

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Alfred Kleylein, Erbauer des Zöllnerkreuz am Pfaffenkegel, und Andreas Renoth, Hauptorganisator der Messe.

Alfred Kleylein, der letzte Zollkommissar von Berchtesgaden, schaffte es trotz gesundheitlicher Probleme, die Zöllner Bergmesse oben am Pfaffenkegel mitzufeiern. Er war 1959 selbst beim Aufstellen des Zöllner-Kreuzes dabei.

Zum Mittagsmahl spielten die Schellenberger Musikanten beim Stahlhaus. Es kamen auch Zöllner anderer Hauptzollämter und es wurden viele Geschichten vergangener Zeiten wieder in Erinnerung gerufen. Familie Beierl lud anschließend traditionell zu Kaffee und Kuchen und einem Enzian in die Brennhütte am Priesberg ein.

Bernhard Stanggassinger