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Das Flair der fünfziger Jahre auf der Musikbühne

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Unser Bild zeigt »Tom & the Krauts« mit Tom Brüderl am Mikrofon und Sängerin Maria Deiss. (Foto: Kewitsch)

»Tom & the Krauts«, die Formation aus Bad Endorf, hat sich das Ziel gesteckt, die fünfziger Jahre am Leben zu erhalten. Sie setzen mit ihrer siebenköpfigen Band den Legenden wie Elvis Presley, Buddy Holly und Chuck Berry und Peter Kraus ein musikalisches Denkmal. Die Staudacher Musikbühne war bei ihrem Gastspiel, mit dem das Konzertjahr 2015 eröffnet wurde, einmal mehr ausverkauft.


Seit nunmehr über 18 Jahren organisiert Alex Welte die Konzerte mit dem Schwerpunkt Boogie Woogie, Rockabilly, Rock 'n' Roll und Blues. Über 200 Auftritte gab es in den letzten zwei Jahrzehnten. »Tom & the Krauts« reihten sich nach 2008 das zweite Mal ein und boten ein sehr ansprechendes Konzert. Freilich, die fünfziger Jahre kommen noch brav daher, der wilde Rock 'n' Roll wurde erst später zelebriert, der dreckige Blues fand auf anderen Bühnen statt – hier hatten die Musiker noch ordentliche Hemden an, gaben sich weder unflätig noch flippig, sie boten sauberes Handwerk und ein bisschen getanzt werden durfte auch.

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So war es auch in Staudach, gut sechzig Jahre später. Tom Brüderl als Frontman gemeinsam mit Maria Deiss am Mikrofon solide und gut. Die Begleitung mit dem Saxophon (Thomas Lederer) gab dem ganzen die erforderliche Dynamik, Hansi Schneider an der Gitarre und auch der Kontrabass von Max Stadler fügten sich nahtlos, wenngleich unauffällig ein. Am Schlagzeug sehr taktsicher und im richtigen Moment zur Stelle: Andi Fuchs, während auch der Mann am Klavier (Michael Jell) zu überzeugen wusste.

Ob der deutsche Block mit Hits rund um Peter Kraus & Co oder das liebliche »My Boy Lollipop« oder Hits von Elvis Presley oder Buddy Holly: Die Band hat ordentlich geübt und auch die Show der Originalvorlagen sauber übernommen. Tom und Maria im Duett waren ebenso schön anzusehen und anzuhören wie das gesamte Ensemble. Die Band gab insgesamt drei (!) Sets zum Besten, ehe gegen Mitternacht noch eine Zugabe gefordert werden durfte. Leidenschaft und Authentizität gibt es nicht alle Tage. Alles in allem war es ein schönes, rundes Konzert ohne viel Schnick-Schnack, sehr brav und sauber – ganz im Stile der hier zelebrierten fünfziger Jahre. Udo Kewitsch