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Das Exter-Haus – ein »Rundum-Erlebnis«

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Arnold Balwé, »Getreideernte am Gebirge« . (Repro: Giesen)

Das Exter-Kunsthaus in Übersee-Feldwies eröffnet auch heuer seine Ausstellungssaison mit der großen Kunstausstellung »Kunst im Chiemgau – Malerei und Grafik von Balwé bis Wopfner«. Über einen Zeitraum von zwei Jahrhunderten vermitteln die rund 80 Gemälde hochrangiger Künstler einen umfassenden Eindruck von der Malerei im Chiemgau. Das Exterhaus zeigt zusammen mit der Galerie Wichmann aus Bernau und anderen privaten Anbietern Ölbilder, Aquarelle und Pastelle hinter Glas, aber auch Gouachen, Skizzen und Zeichnungen berühmter und weniger bekannter Chiemseemaler des 19. und 20. Jahrhunderts. Die Bilder werden zum größten Teil in ihren Originalrahmen präsentiert, was mit den sorgfältig renovierten, historischen Räumen des Exterhauses harmoniert.


Schöne Beispiele der Malerei des 19. Jahrhunderts gibt es zu bewundern, darunter kleinere Gemälde von Joseph Wopfner (1843-1927) oder Karl Raupp (1837-1918), auch in der Vitrine. Romantisch, verspielt fangen sie die typischen Naturstimmungen am Chiemsee ein, was aber auch Johann Friedrich Engel (1844-1921) mit dem großformatigen Gemälde eines Fischerpaares in bayerischem Gewand vor dem Chiemsee wunderbar gelingt.

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Ein anderer Raum zeigt vier hervorragende Bilder von Arnold Balwé (1898-1983), darunter »Winter« und »Eisbruch am Chiemsee«, aber auch Sommermotive wie »Getreideernte am Gebirge«, bei dem man die glühende Sommerhitze fast körperlich zu spüren meint. Charakteristisch für Balwé ist ein Blau, ein Grün, ein Weiß, voll und rein, aber auch untermischt, das viel Licht und Lichtreflexe enthält. Im gleichen Raum fällt ein hervorragendes Gemälde von Werner von Houwald (1901-1974), »Blumenkorb«, ins Auge, das durch seine leuchtenden Farben und harmonische Konstruktion besticht. In den übrigen Räumen gibt es viele weitere Bilder von rund 50 verschiedenen Malern, darunter so bekannte wie Eugen Croissant, Constantin Gerhardinger, Max Weihrauch, Otto Müller-Diflo, Albert Stagura oder Rudolf Sieck, aber auch vom erst kürzlich verstorbenen Paul Paulus, der ganz in der Tradition der alten Chiemseemaler blieb. Von Theodor von Hötzendorff (1898-1974), dessen Nachlass Guido Wichmann als Nachfolger von Dr. Hartmut Buchner verwaltet, gibt es ein eindrucksvolles Bild »Im Chiemgau«, das ausdrucksstark eine typische hiesige Landschaft wiedergibt. Im Großen Atelier hängen als Dauerausstellung 30 Gemälde von Professor Julius Exter, die immer wieder einen Besuch wert sind.

Nicht nur die ausgestellten Gemälde sind sehenswert – ein Besuch im Exterhaus ist ein »Rundum-Erlebnis«: Da ist natürlich der berühmte Garten des Kunsthauses, der immer ein besonderes Erlebnis für sich ist. Der schöne, schon zu Exters Zeiten so angelegte Garten wird von der Leiterin des Hauses, Monika Kretzmer-Diepold, gepflegt und in seinem historischen Ambiente erhalten. Hinzu kommen die 1200 Kübelpflanzen rund ums Haus, die in ihrer Pracht das besondere Flair des Hauses ausmachen. Angeboten werden auch viele Kunstbände im Antiquariat, die manche der gezeigten Bilder gut erläutern. Ein zusätzlicher Besuchermagnet ist wieder der Antik- und Trödelmarkt im Kleinen Ateliergebäude, dessen Reinerlös dem Exterhaus zugute kommt.

Bevor am 15. Juni die Jubiläumsausstellung zum 150. Geburtstag von Julius Exter eröffnet wird, ist die Ausstellung »Kunst im Chiemgau« bis Sonntag, 9. Juni täglich, ausnahmsweise auch montags, von 17 bis 19 Uhr geöffnet. Bei telefonischer Anmeldung unter der Nummer 08642/895083 sind auch andere Besichtigungszeiten möglich. Christiane Giesen