»Das Corona-Abi ist kein Makel, sondern eine Auszeichnung«

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Wer unter Coronabedingungen sein Abitur erlangt hat, darf jetzt besonders stolz sein. (Foto: privat)

Schönau am Königssee – Die Turnhalle am Dürreck bot ausreichend Platz, um die vom Kultusministerium gesetzten Kriterien für eine Abiturfeier zu erfüllen. In gesichertem Abstand wurden Schülerinnen und Schüler sowie deren Familien platziert, um gemeinsam ein höchst erfreuliches Ereignis zu feiern: Sie erhielten nun ganz offiziell ihre Reifezeugnisse, nachdem sie die Prüfungen zum Abitur erfolgreich abgelegt hatten.


Platz war schließlich auch noch für einige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Schule, wenngleich in diesem Jahr aufgrund der unsicheren Corona-Lage die Feier in bewusst kleinem Rahmen gehalten wurde. Auch das traditionelle Buffet musste nun schon zum zweiten Mal in Folge ausfallen. Dennoch: Die Freude war groß, haben es doch 28 Schülerinnen und Schüler unter nicht leichten Bedingungen geschafft, das Abitur 2021 zu absolvieren.

Gemeinsame Andacht

Zu Beginn stand wie jedes Jahr eine gemeinsame Andacht, die von den Religionspädagoginnen Carolin Gabler, Franziska Stretz und Katharina Luibl gestaltet wurde. Anschließend gratulierte der Bürgermeister der Gemeinde Schönau am Königssee, Hannes Rasp, den Schülerinnen und Schülern mit sehr persönlichen Worten. Er versicherte ihnen, dass ihnen mit dem bayerischen Abitur nun viele Wege offen stünden: Egal, welche Richtung sie nun einschlagen würden – er wünschte ihnen gute Entscheidungen. Sollte sie ihr Weg aus dem Berchtesgadener Land hinausführen, würde er sich freuen, wenn sie diesem dennoch verbunden blieben. Am Ende seiner Ausführungen bat Hannes Rasp alle Abiturientinnen und Abiturienten noch darum, sich politisch zu engagieren und sich für das Gemeinwesen einzusetzen. Hierbei, so der Bürgermeister, spiele die politische Richtung keine Rolle, er warnte aber vor extremen Haltungen des rechten und linken Lagers.

Seitens der Abiturientinnen und Abiturienten wurde in sehr persönlichen und teils emotionalen Worten auch den Lehrkräften gedankt, die – angeführt von der Jahrgangsstufenleiterin Ute Kanig – alle mit einem Blumengruß bedacht wurden. Zunächst entführte Lisa Schreyer die Anwesenden auf einen gedanklichen Exkurs, der auf dem Vergleich aller Menschen mit Booten und Schiffen aufgebaut war. Diese würden anfangs einzeln und ohne Zusammenhang herumtreiben, bis sie sich zu einer gemeinsamen Flotte zusammenschließen würden und somit wesentlich effizienter auftreten könnten. Sie appellierte an ihre Mitschülerinnen und -schüler, die Segel mit dem nun aufkommenden frischen Wind richtig aufzublasen. Für die vielen Leistungssportler des Jahrgangs ergriff Niklas Skaardal das Wort. Er berichtete von unterhaltsamen Geschehnissen der vergangenen Jahre und stellte lobend fest, dass die Kombination Schule und Sport bestens funktioniert hatte. Sein Dank ging dabei sowohl an die Lehrkräfte als auch an den Sportkoordinator der Einrichtung, Christian Scholz.

Nach einem Musikstück, das von der musikalischen Gestalterin des Nachmittags, Marion Kusterle, arrangiert wurde, begannen Schulleiter Stefan Kantsperger und Oberstufenkoordinator Axel Fuchslechner mit der Ausgabe der Zeugnisse, welche die Abiturienten stolz und unter großem Applaus entgegennahmen.

Besonders gewürdigt

Einige von ihnen wurden sodann noch besonders geehrt: Lisa Schreyer, Niklas Skaardal, Sophie Fleimisch sowie Julia Wagner erhielten für die besten Abschlussnoten des Jahrgangs einen Buchpreis der Schule sowie einen Preis der fünf Bürgermeister des südlichen Landkreises, ausgehändigt durch Hannes Rasp. Dieser zeichnete zudem Marlena und Sophie Fleimisch mit einer Urkunde für besonderes soziales Engagement aus. Schließlich verlieh die stellvertretende Schulleiterin, Carola Berk, Lisa Schreyer im Namen der Deutschen Mathematiker-Vereinigung den DMV-Abiturpreis Mathematik für herausragende Leistungen in diesem Fach.

Erstmals wurde an diesem Nachmittag auch eine Ehrung vollzogen, die ansonsten in einer eigenen Veranstaltung durchgeführt wird. Pandemiebedingt konnte sie bisher nicht stattfinden und wurde somit kurzerhand in das Programm mit aufgenommen. Dies bot sich an, kamen die beiden Geehrten doch aus dem Kreis der Abiturientinnen und Abiturienten: Annika Morgan und Lukas Nydegger erhielten aufgrund ihrer besonderen sportlichen Leistungen durch Christian Scholz die Auszeichnung »Sportlerin beziehungsweise Sportler des Jahres«, jeweils für die Jahre 2019 sowie 2020. Die Urkunden wurden dabei auch von Tobias Kastner als Vertreter der Sparkasse überreicht, da die deutsche Sparkassenfinanzgruppe den Leistungssport an den deutschen »Eliteschulen des Sports« in ganz besonderer Weise unterstützt.

Ihren Abschluss fand die Feierstunde in den Worten zum Abschied durch den Schulleiter, Stefan Kantsperger. Er sprach den Schülern seinen Respekt für die Leistungen aus, die sie unter ganz besonderen Umständen erbracht haben. Das Corona-Abi sei kein Makel, sondern eine Auszeichnung, so habe es das »Handelsblatt« festgestellt. Kantsperger dankte allen Beteiligten, die in einem ganz besonderen Schuljahr die Rahmenbedingungen für ein erfolgreiches Abitur an den CJD Christophorusschulen geschaffen haben. Corona habe, so der Schulleiter, einerseits dazu beigetragen, den Digitalisierungsprozess zu beschleunigen, gleichzeitig wurde aber auch deutlich, dass die Zukunft wohl in einem guten Mix aus Präsenzveranstaltungen und digitalem Angebot liegen werde – dies gelte sowohl für den Bereich der Bildung als auch für die Arbeitswelt. Ergänzend zum Grußwort des Bürgermeisters forderte auch Stefan Kantsperger die Schülerinnen und Schüler zu aktivem politischem Engagement auf und wünschte ihnen abschließend alles erdenklich Gute bei ihren nächsten Schritten.

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