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Dank Aufholjagd: Staffel-Podestplatz in Ruhpolding

Ruhpolding (dpa) - Mit einer furiosen Aufholjagd hat die frühere Langläuferin Evi Sachenbacher-Stehle der deutschen Biathlon-Staffel beim Heim-Weltcup in Ruhpolding den Weg zu Platz zwei gewiesen.

Zweite
Franziska Hildebrand, Laura Dahlmeier, Evi Sachenbacher-Stehle und Franziska Preuß (l-r) jubeln über Platz zwei. Foto: Tobias Hase Foto: dpa
Aufholjagd
Evi Sachenbacher-Stehle zeigte eine starke Leistung. Foto: Sven Hoppe Foto: dpa
Los geht's
Beim Start in der Chiemgau Arena in Ruhpolding ging es flott los. Foto: Tobias Hase Foto: dpa
Konzentration
Franziska Preuß visiert die Scheiben an. Foto: Sven Hoppe Foto: dpa
Wechsel
Franziska Preuß (M.) übergibt an Evi Sachenbacher-Stehle. Foto: Sven Hoppe Foto: dpa
Ex-Langläuferin
Sachenbacher-Stehle ist seit 2012 Biathletin. Zuvor war sie reine Langläuferin. Foto: Sven Hoppe Foto: dpa
Erste
Die russische Schlussläuferin Olga Wiluchina (r) feierte den Sieg ihrer Staffel. Foto: Tobias Hase Foto: dpa

Während die plötzlich krank gewordene Andrea Henkel ihren Kolleginnen im Hotelzimmer die Daumen drückte, zeigte die 33-jährige Sachenbacher-Stehle bei ihrem Weltcup-Debüt in der bayerischen Heimat vor knapp 15 000 Zuschauern auf der mit Alt- und Kunstschnee belegten Loipe eine starke Vorstellung. Von Chef-Bundestrainer Uwe Müssiggang gab es ein Sonderlob: «Das war eine sehr gute Leistung von Evi.»

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Nach Platz zwei mit einem Rückstand von 6,2 Sekunden hinter Sieger Russland und einem Vorsprung von 10,2 Sekunden vor Norwegen strahlte die Biathletin des Tages und sagte: «Das war ein cooles Rennen. Ich hätte nicht gedacht, dass sich das so ausgeht. Ich war selber überrascht, dass ich plötzlich als Erste da war», sagte sie nach der Siegerehrung.

In der Chiemgau-Arena wurde das deutsche Quartett von den Fans überschwänglich gefeiert. Die Stimmung war fast so gut wie beim WM-Triumph vor zwei Jahren - damals noch mit Rekordweltmeisterin Magdalena Neuner. Aus der damaligen Goldstaffel wäre nur die achtmalige Weltmeisterin Andrea Henkel dabei gewesen, wenn sie nicht mit Magenproblemen hätte passen müssen.

Nach einer Strafrunde von Startläuferin Franziska Preuß brachte Sachenbacher-Stehle ihr Team auf der zweiten der vier Runden über jeweils sechs Kilometer von Platz 18 zurück an die Spitze. Die Langlauf-Olympiasiegerin holte einen Rückstand von fast einer Minute auf. Laura Dahlmeier und Henkel-Ersatz Franziska Hildebrand brachten den dritten Podestplatz im dritten Staffelrennen dann sicher ins Ziel.

«Ich bin irgendwie ratlos, was da falsch läuft», sagte Preuß nach ihrem Blackout am Schießstand. Doch als Evi Sachenbacher-Stehle ins Ziel kam, lachte auch Preuß wieder. «Ich bin froh, dass es noch gut ausgegangen ist», sagte die 19-Jährige. Sachenbacher-Stehle, die Neu-Biathletin aus dem wenige Kilometer entfernt gelegenen Reit im Winkl, lief wie entfesselt und benötigte nur einen Nachlader. Sie machte damit weiter Werbung in eigener Sache - auch für einen Staffel-Platz in Sotschi.

In Ruhpolding geht es am Donnerstag mit dem Rennen der Männer-Staffeln weiter, ehe von Freitag bis Sonntag die Einzel- und Verfolgungsrennen auf dem Programm stehen. Dann will auch Andrea Henkel, die ihre letzten Wettbewerbe in Deutschland bestreitet, wieder dabei sein - falls ihre Magenprobleme bis dahin überwunden sind. Für die Männer-Staffel wurden Christoph Stephan, Andreas Birnbacher, Erik Lesser und Simon Schempp nominiert.