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Corona wirbelt Wirtschaftsplan durcheinander

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Berchtesgaden: Corona wirbelt Wirtschaftsplan durcheinander
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Das aktuelle Verwaltungsgebäude der TRBK, die ehemalige Kurdirektion, sollte eigentlich verkauft werden. Von diesem Vorhaben ist man nun abgerückt. (Foto: Voss)

Berchtesgaden – Corona wirbelte auch den Wirtschaftsplan 2020 des Zweckverbands Tourismusregion Berchtesgaden-Königssee (TRBK) durcheinander. Wegen der ausfallenden Kehlsteinsaison sind jetzt zusätzliche 3,3 Millionen Euro als Darlehensaufnahme für die Sanierung der Straße eingeplant, dafür werden andere Investitionen verschoben.


Man rechnet mit einem Jahresverlust von 4,769 Millionen Euro, was dem einen oder anderen Verbandsrat auf der Sitzung am Donnerstag doch Sorgen bereitete. Der Beschluss zur Änderung des Wirtschaftsplans fiel dennoch einstimmig aus.

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Einige für heuer geplante Investitionen hat man gestrichen: die 150.000 Euro für digitale Infotafeln in den fünf Gemeinden, die 1,2 Millionen Euro für den Umbau der Verwaltungsbüros im AlpenCongress, die 17.000 Euro für ein Mülltonnengebäude an der Kehlstein-Abfahrtsstelle, die 215.000 Euro für einen Traktor der Kehlsteinbetriebe sowie die 20.000 Euro für berührungslose Parkautomaten.

Hinzu kommen dagegen einmal 350.000 Euro für einen Steinschlagschutzzaun am Kehlstein. Außerdem müssen 3,3 Millionen Euro zusätzliches Darlehen für die Sanierung der Kehlsteinstraße aufgenommen werden.

Darin enthalten ist allerdings auch eine Asphaltierung der Straße, die nach aktuellem Stand aber heuer nicht realisiert wird. Warum dann die Summe enthalten sei, wollte Josef Maltan (Ramsau) wissen. »Wir haben es als Vorsichtsmaßnahmen drin gelassen, falls diese Maßnahme doch noch zu schaffen ist«, antwortete Verbandsvorsitzender Hannes Rasp.

Im Erfolgsplan schlägt zu Buche, dass der ursprünglich geplante Verkauf des Verwaltungsgebäudes – der ehemaligen Kurdirektion am Bahnhof – nicht weiterverfolgt wird. Die Betriebserträge vermindern sich dadurch um 1,484 Millionen Euro. Bei den Kurbeitragseinnahmen rechnet man für den Zeitraum Juni bis Dezember 2020 mit einer Gästeauslastung von 80 Prozent des ursprünglichen Planansatzes 2020. Dies führt im Nachtrag zu Einnahmen von nur noch gut 3 Millionen Euro.

Die Kurbeitragseinnahmen vermindern sich damit im Nachtrag um rund 1,1 Millionen Euro. Durch den Rückgang der Gästeübernachtungen ist jetzt auch eine Kostenminderung bei der Fahrpreisentschädigung für Kurkarteninhaber an die RVO in Höhe von 181.000 Euro einkalkuliert.

Einen Besucherrückgang von rund 65 Prozent wird es bei der Watzmann Therme geben. Dies führt aller Voraussicht nach trotz umfangreicher Einsparungsmaßnahmen zu einer Ergebnisverschlechterung in Höhe von 851 .000 Euro.

Der Wirtschaftsplan 2020 schließt mit Gesamtaufwendungen in Höhe von 14,9 Millionen Euro und mit Gesamterlösen in Höhe von 10,1 Millionen Euro. Dadurch entsteht ein voraussichtlicher Jahresverlust von rund 4,8 Millionen Euro. Der Vermögensplan enthält Gesamteinnahmen und -ausgaben in Höhe von 1,251 Millionen Euro.

Sorgen wegen des hohen Jahresverlustes machte ich Thomas Janzen (Schönau am Königssee). Seine Frage: Gibt es eine Strategie, wie das alles zu schaffen ist? Dass dies keine leichte Aufgabe sei, räumte TRBK-Vorsitzender Hannes Rasp ein. Es seien Anstrengungen nötig, um die Einnahmen zu steigern. Außerdem brauche man auch den Mut zu überlegen. wo man Ausgaben reduzieren kann.

Dr. Bartl Wimmer (Berchtesgaden) gelangte zu der Überzeugung, dass die Zahlen auf dem Papier aktuell schlimmer aussehen als sie in Wirklichkeit sind. Da gab ihm Hannes Rasp recht. Ulli Kastner