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Chronologie: Woche der Gewalt in der arabischen Welt

Berlin (dpa) - Ein Internet-Video, in dem der Prophet Mohammed verunglimpft wird, hat in der arabisch-islamischen Welt einen gewaltsamen Sturm der Entrüstung mit mindestens zehn Toten ausgelöst. Ein Rückblick:


11. September: Hunderte aufgebrachte Islamisten demonstrieren in Kairo vor der US-Botschaft gegen das Video und reißen die US-Flagge herunter. Militante Islamisten greifen auch das US-Konsulat im libyschen Bengasi an. In der Nacht werden dort US-Botschafter Chris Stevens sowie drei weitere Diplomaten getötet.

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13.9.: Im Jemen sterben mindestens drei Menschen bei dem Versuch, die US-Botschaft in Sanaa zu stürmen. - Ägyptische Demonstranten versuchen erneut, die US-Botschaft in Kairo anzugreifen. 200 Menschen werden verletzt. Ägyptens Präsident Mohammed Mursi verurteilt die Gewalt. - In Tunesien und im Iran gehen erboste Muslime auf die Straße. - US-Außenministerin Hillary Clinton verurteilt den islamfeindlichen Film als «abscheulich und verwerflich». - Die rechtspopulistische Organisation Pro Deutschland kündigt an, den umstrittenen Film in Berlin zeigen zu wollen.

14.9.: In Tunis wird die US-Botschaft gestürmt. Bei dem Angriff aufgebrachter Demonstranten sterben mindestens drei Menschen. - Im Sudan attackieren wütende Demonstranten die deutsche Botschaft und zünden das Gebäude an. Auch die Botschaften Großbritanniens und der USA werden angegriffen. - In Kairo werfen Demonstranten Steine auf Polizisten, die sie mit Tränengas daran hindern, bis zum US-Botschaftsgebäude vorzudringen.

15./16.9.: Die US-Bundespolizei FBI vernimmt den mutmaßlichen Drahtzieher des islamfeindlichen Schmähvideos. - Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) will mit allen rechtlich zulässigen Mitteln gegen rechtsextreme Parteien vorgehen, wenn sie das umstrittene Mohammed-Video öffentlich zeigen wollen. - Die USA wollen ihr Botschaftspersonal aus den Vertretungen in Tunesien und dem Sudan bis auf eine Notbesetzung abziehen. Das Personal der deutschen Botschaft soll ausgedünnt, die Sicherheit verstärkt werden.

17.9.: Im Libanon protestieren Hunderttausende Anhänger der Schiiten-Bewegung Hisbollah gegen das Mohammed-Schmähvideo.

18.9.: In Kabul reißt eine Selbstmordattentäterin zwölf Menschen mit in den Tod, unter ihnen acht Südafrikaner. Die Angreiferin sprengt sich aus Protest gegen das Mohammed-Video neben einem Minibus in die Luft. - Inmitten der Protestwelle kündigt ein französisches Satiremagazin neue Mohammed-Karikaturen an.