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Chronologie: Unglücke mit Düngemitteln

Berlin (dpa) - Bei der Produktion, der Lagerung und dem Transport von explosiven und leicht brennbaren Düngemitteln haben sich schon mehrere Unglücke ereignet.

Arbeitsunfall in Chemiefabrik
In Piesteritz starben am 20.09.2012 bei einem Unfall mit Düngemittelbestandteilen drei Arbeiter. Foto: Peter Endig Foto: dpa

September 2012: Drei Arbeiter sterben bei Wartungsarbeiten in einem Stickstoffwerk in Piesteritz (Sachsen-Anhalt). Die Männer sollten Sandstrahlarbeiten erledigen und werden leblos aufgefunden. Die Produkte des nach eigenen Angaben größten Ammoniak- und Harnstoffherstellers Deutschlands werden auch in der Düngemittelindustrie benötigt.

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Juli 2007: Bei Lwiw in der Ukraine entgleist ein Güterzug mit hoch giftigem und leicht entzündlichem gelben Phosphor und gerät in Brand. Mindestens 174 Menschen werden verletzt, darunter 46 Kinder. Gelber Phosphor dient in der chemischen Industrie unter anderem zur Düngemittelherstellung.

Mai 2005: Bei Mihailesti (Rumänien) kommen mindestens 17 Menschen bei der Explosion eines mit Düngemittel beladenen Lastwagens ums Leben. Unter den Toten sind sieben Feuerwehrmänner und zwei TV-Journalisten, die den Unfall auf der Europastraße 85 filmten. Der mit 20 Tonnen des Düngemittels Ammoniumnitrat beladene Laster war von der Straße abgekommen und hatte Feuer gefangen. Während der Löscharbeiten explodierte er.

April 2004: Im Bahnhof von Ryongchon (Nordkorea) nahe der Grenze zu China kollidieren ein Tankwagen und zwei mit hochexplosivem Dünger beladene Waggons. Funkenschlag löst eine Explosion aus. Mindestens 169 Menschen sterben, darunter viele Kinder einer nahe gelegenen Schule. Mehr als 1300 Menschen werden verletzt.

September 2001: In einer Düngemittel-Fabrik bei Toulouse in Südfrankreich kommt es zu einer Explosion: 31 Menschen sterben, mehr als 4500 werden verletzt, tausende Gebäude werden zerstört oder beschädigt.

Dezember 1999: In Guatemala werden bei der Explosion eines Lagers für Düngemittel mindestens 13 Menschen getötet. Bei dem Unglück in der Hafenstadt San Tomas de Castilla an der Karibikküste des mittelamerikanischen Landes werden weitere 60 Menschen verletzt.

Mai 1991: Bei der Explosion einer Düngemittelfabrik in Sterlington (US-Bundesstaat Louisiana) kommen acht Menschen ums Leben. Die Halle wird total zerstört. Eine defekte Propangasleitung gilt als Unglücksursache.

April 1947: Der französische Frachter «Grandcamp» mit 2300 Tonnen Ammoniumnitrat-Düngemittel an Bord explodiert im Hafen von Texas City (USA). Das Feuer greift auf die Stadt über. Mindestens 510 Menschen kommen ums Leben.

September 1921: Als das größte Industrieunglück Europas gilt die Explosion eines Salpeterlagers in Oppau bei Ludwigshafen. Dabei werden mehr als 500 Menschen getötet und fast 2000 verletzt. Die Explosion von 4500 Tonnen Salpeter reißt einen 18 Meter tiefen Krater in die Erde.