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Chronologie: Mursi spaltet Ägypten

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Mursi-Plakat in Kairo
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Im November vergangenen Jahres peitschte das von Islamisten dominierte Verfassungskomitee Mursis Entwurf einer neuen Verfassung durch. Kurz darauf gab es Massenproteste gegen eine schleichende Islamisierung. Foto: Mohammed Saber Foto: dpa

Berlin (dpa) - Nach nur einem Jahr im Amt wird Ägyptens Präsident Mohammed Mursi von der Muslimbruderschaft gestürzt. Das Land ist gespalten: Anhänger und Gegner stehen sich unversöhnlich gegenüber.


29. November 2012: Im Eilverfahren peitscht das von Islamisten dominierte Verfassungskomitee Mursis Entwurf einer neuen Verfassung durch. In Massenprotesten demonstriert die Opposition gegen eine schleichende Islamisierung.

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25. Januar 2013: Mindestens 500 000 Ägypter protestieren gegen Mursi.

8. März: Die Wahlkommission beschließt die Verschiebung der für April geplanten Parlamentswahl. Oppositionsgruppen rufen zum Boykott auf.

2. Juni: Das oberste Verfassungsgericht spricht dem von Muslimbrüdern und Salafisten dominierten Oberhaus des Parlaments die Legitimität ab. Auch die von Mursi durchgeboxte Verfassung sei unter nicht gesetzeskonformen Umständen zustande gekommen, heißt es.

28. Juni: Tausende Demonstranten fordern Mursis Rücktritt. Sie werfen ihm vor, die wirtschaftlichen und sozialen Probleme nicht zu lösen.

30 Juni: Massenproteste Hunderttausender markieren das Ende einer Unterschriftenkampagne, mit der Mursi zum Rücktritt gezwungen werden soll. Die Initiatoren von «Tamarud» (Rebellion) sammelten nach eigenen Angaben über 22 Millionen Unterschriften gegen ihn.

1. Juli: Armeechef und Verteidigungsminister General Abdel Fattah al-Sisi fordert ultimativ: Mursis Muslimbruderschaft und die Opposition müssen den Konflikt innerhalb von 48 Stunden lösen.

2. Juli: Mursi will im Amt bleiben. Islamistische Politiker und Geistliche rufen die Ägypter auf, die legitime Führung zu verteidigen. Bei Zusammenstößen zwischen Gegnern und Anhängern Mursis gibt es mindestens 22 Tote und Hunderte Verletzte.

3. Juli: Mursi wird vom Militär gestürzt und unter Arrest gestellt. Bei Gewalt auf den Straßen werden mindestens zwölf Menschen getötet.

4. Juli: Viele führende Muslimbrüder werden festgenommen. Bei Krawallen kommen mindestens neun Menschen ums Leben. Der oberste Verfassungsrichter Adli Mansur wird Übergangspräsident.

5. Juli: In Ägypten tobt ein Machtkampf. Zehntausende Islamisten protestieren am «Freitag der Ablehnung» gegen Mursis Absetzung. Das Militär feuert auf Demonstranten. Bei Straßenschlachten am Abend und in der Nacht sterben mindestens 36 Menschen, es gibt mehr als 1100 Verletzte. Mansur löst das Parlament auf.

6. Juli: Ein Sprecher des Präsidenten dementiert am Abend Meldungen, wonach Mansur den Friedensnobelpreisträger, Diplomaten und Oppositionspolitiker Mohammed ElBaradei zum Chef der künftigen Übergangsregierung ernannt hat.

Auswärtiges Amt zu Ägypten

Facebook-Seite der «Tamarud»-Kampagne

Mitteilung der Muslimbrüder