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Chronologie: Der Machtkampf in der Ukraine

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Viktor Janukowitsch
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Der ukrainische Präsident Janukowitsch hält mit aller Kraft an der Macht im Lande fest. Foto: Andriy Mosienko Foto: dpa

Kiew (dpa) - Dem Machtkampf in der Ukraine fallen immer mehr Menschen zum Opfer. Nur wenige Stunden nach einem vereinbarten Gewaltverzicht gab es in der Hauptstadt Kiew am Donnerstag neue Straßenschlachten. Ein Rückblick:


21. November 2013: Kiew legt ein Assoziierungsabkommen mit der EU überraschend auf Eis. Tausende demonstrieren gegen die Entscheidung.

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1. Dezember: Hunderttausende fordern den Sturz von Präsident Viktor Janukowitsch. Die Opposition um Vitali Klitschko fordert den Rücktritt der Regierung.

3. Dezember: Die Opposition scheitert mit einem Misstrauensantrag gegen Ministerpräsident Nikolai Asarow.

8. Dezember: Bei einem der größten Massenproteste seit Jahren fordern nach Oppositionsangaben eine halbe Million Menschen Neuwahlen.

13. Dezember: Ein erstes Treffen von Janukowitsch und Klitschko bringt keine Annäherung.

17. Dezember: Russlands Präsident Wladimir Putin sichert Janukowitsch einen Kredit über 15 Milliarden US-Dollar (rund 11 Mrd Euro) zu.

16. Januar 2014: Das Demonstrationsrecht wird verschärft.

19. Januar: Hunderte versuchen, das Parlamentsgebäude zu stürmen, 200 Menschen werden verletzt. Klitschko warnt vor einem Bürgerkrieg.

22. Januar 2014: Bei Zusammenstößen werden mindestens drei Demonstranten getötet, zwei durch Schüsse.

23. Januar: Ein Treffen des Präsidenten mit Oppositionsführern bringt keinen Durchbruch.

24. Januar: Janukowitsch kündigt eine Änderung der Verschärfung des Demonstrationsrechts an. Für Klitschko zu wenig: «Er muss gehen».

25. Januar: Die Opposition lehnt eine von Janukowitsch angebotene Regierungsbeteiligung ab.

26. Januar: Die Proteste werden in den Regionen ausgeweitet.

27. Januar: Opposition und Regierung einigen sich auf die Abschaffung der umstrittenen repressiven Gesetze vom 16. Januar und auf eine Amnestie für Demonstranten.

28. Januar: Regierungschef Asarow reicht seinen Rücktritt ein. Damit wolle er dem Land aus der Krise helfen, sagt er. Am Tag darauf legt Putin den zugesagten Kredit auf Eis.

4./5. Februar: EU-Chefdiplomatin Catherine Ashton führt in Kiew Krisengespräche mit Regierung und Opposition. Außerdem geht es um mögliche EU-Finanzhilfe für die Ukraine.

17. Februar: Nach einem Treffen mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in Berlin spricht sich Klitschko für eine starke Rolle Deutschlands bei der Bewältigung der Krise aus.

18. Februar: Die Lage eskaliert: Bei neuen Straßenschlachten kommen mindestens 28 Menschen ums Leben. Wohl weit mehr als 1000 werden verletzt. Das Nachbarland Polen warnt vor einem Bürgerkrieg.

19. Februar: Janukowitsch verteidigt den Einsatz von Gewalt. Der geschäftsführende Regierungschef Sergej Arbusow wirft der Opposition einen versuchten Staatsstreich vor. Berlin und Paris treten gemeinsam für Sanktionen ein.

20. Februar: Die Außenminister von Deutschland, Frankreich und Polen treffen Janukowitsch in Kiew zu einem Vermittlungsgespräch. Medien berichten von Dutzenden Toten bei neuen Straßenschlachten. Nach Regierungsangaben haben die Sicherheitskräfte Waffen mit scharfer Munition für den «Anti-Terror-Einsatz» erhalten.

Auswärtiges Amt zu Ukraine

Assoziierungsabkommen Ukraine

Human Rights Watch zur Ukraine