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Chinesisches Schild für die Eckau-Alm – Ärger über Reisebusse in Ramsau

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Ramsau: Chinesisches Schild für die Eckau-Alm – Ärger über Reisebusse im Dorf
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Chinesische Autofahrer vertrauen immer wieder blindlinks ihrem Navigationsgerät und biegen auf Forststraßen ein, wo das Fahren verboten ist. Darum steht zum Beispiel an der Straße zur Kühroint ein chinesisches Warnschild. So eines wünscht sich Nicole Votz auch für die Forststraße zur Eckau-Alm. (Foto: privat)

Ramsau – Bei der ersten Bürgerfragestunde seit Langem war der Saal im Rathaus Ramsau beinahe voll. Bürgermeister Herbert Gschoßmann hatte diesen Punkt auf die Tagesordnung der Gemeinderatssitzung am Dienstag gesetzt, da dies ein Ramsauer in der jüngsten Bürgerversammlung angeregt hatte.


Bevor die Fragestunde begann, verlas Herbert Gschoßmann noch eine Stellungnahme zum Thema Fallwild im Nationalpark. Darin machte er deutlich, dass er sich erst öffentlich zu Wort melden will, wenn die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Ergebnisse »in welcher Form auch immer« erbracht haben. Dann gebe es ein Statement von der Nationalparkgemeinde Ramsau.

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Dann durften die Bürger zu Wort kommen. Ihre Fragen bezogen sich vor allem auf die Sanierung verschiedener Fuß- und Wanderwege im Ort. So erkundigte sich Bernhard Stöckl zum Beispiel nach dem Weg zwischen Hochgart und Rehlegger Mühle. Gschoßmann antwortete, dieser sei heuer nicht mehr nutzbar, allerdings liege der Grund dafür nicht bei der Gemeinde, sondern der Grund sei eine private rechtliche Auseinandersetzung.

Nicole Votz erkundigte sich nach einer nicht funktionierenden Straßenlaterne an der Pfeiffenmacherbrücke. Dort seien auch abends noch Urlauber unterwegs, die vom Abendessen im Wirtshaus zurück zu ihrer Pension gingen. Daher sollte diese Laterne an der B305 dringend repariert werden. Kämmerer Albert Radlmeier antwortete, diese Sache sei bereits mehrmals an die Firma Bayernwerk weitergegeben worden.

Außerdem bat die Landwirtin darum, ein Sackgassen-Warnschild mit chinesischen Schriftzeichen an der Straße zur Eckau-Alm aufzustellen. »So ein Schild steht bereits auf der Forststraße in Richtung Kühroint, und das brauchen wir hier auch«, so Votz. Es käme immer wieder vor, dass sich die asiatischen Gäste verfahren und dann nicht mehr weiter könnten – auch nicht wenden. Der Bürgermeister entgegnete, es dürfte kein Problem sein, so ein Schild aufzustellen. Die Gemeindeverwaltung werde so ein Schild besorgen.

Zu einem »Gewässer dritter Ordnung«, dem Schwarzeckerbach, stellte ein anderer Bürger eine Frage. Die Unterlieger dieses Baches hätten Angst davor, dass der Bach beim nächsten Hochwasser über die Ufer treten könnte und es zu Problemen kommen könnte. Laut Gschoßmann habe es hier bereits einen Ortstermin mit dem Wasserwirtschaftsamt, das auch für Unterhalt und Pflege zuständig sei, gegeben. Mehrere Experten hätten dem Rathauschef zudem bestätigt, dass keine Gefahr in Verzug ist. Dies beruhigte den Ramsauer, er sagte, dies werde er an die anderen Unterlieger weitergeben.

Ein großes Anliegen der Bürger ist immer wieder die Parksituation im Dorf. So tauchte auch am Dienstagabend eine Beschwerde auf. Ein Bürger berichtete, dass große Reisebusse mitten im Dorf, kurz vor der Kirche St. Sebastian, auf dem Bürgersteig parken. Nicht nur das: Die Busfahrer ließen zudem teils eine halbe Stunde lang den Motor laufen, während die Gäste draußen Fotos machten oder auf die Toilette gingen. »Ich bin schon mal mit einer Zange in der Hand hingegangen und habe gesagt: Wenn du nicht sofort deinen Motor ausstellst, dann geht er nie wieder an.«

Auf Kritik reagierten die Busfahrer dann mit der Aussage, sie müssten die Klimaanlage laufen lassen. Der Appell des Ramsauers lautete daher in der Bürgerfragestunde: »Umweltschutz vor Komfort.« Wenn zu dieser Situation noch ein Linienbus dazukäme, sei das Chaos, inklusive Huperei, perfekt. Sein Lösungsvorschlag ist eine Sperrlinie bis zur Friedhofsmauer.

Auf diesen Redebeitrag sagte Gschoßmann, die Parksituation werde noch im nicht öffentlichen Teil der Gemeinderatssitzung behandelt. Weiters gebe er diese Informationen an den Zuständigen der kommunalen Verkehrsüberwachung weiter: »Alles, was nicht in der StVO ist, wird geahndet«, so der Gemeindechef.

Anschließend erkundigte sich eine Ramsauerin, warum schon seit längerem ein großer Sandhaufen an der Wimbachbrücke Parkflächen belege. Darauf antwortete Tourismusdirektor Fritz Rasp, dieser hätte schon längst weg müssen und er kümmere sich darum. Eine der vielen weiteren Nachfragen in dieser Bürgerfragestunde betraf den Rosshofweg und warum dieser gesperrt sei. Die Antwort kam von einem dafür verantwortlichen Ramsauer aus dem Publikum. Dieser Weg sei unter anderem aufgrund von größeren Steinen darauf zu gefährlich für Radfahrer und dürfte momentan nicht freigegeben werden. Annabelle Voss