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BVB heiß auf Augsburg: Duell mit Bayern kein Thema

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Jürgen Klopp
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Jürgen Klopp sieht den BVB maximal als chancenreichen Außenseiter auf den Meistertitel an. Foto: Jonas Güttler Foto: dpa

Dortmund (dpa) - Den ersten Warnschuss Richtung FC Bayern gab es im Supercup, doch mit dem Start in die neue Bundesliga-Saison rücken für Borussia Dortmund wieder richtige Trophäen in den Fokus.


Gleichwohl lässt Trainer Jürgen Klopp keine Gelegenheit aus, seine Elf im Wettstreit mit Triple-Gewinner München maximal als chancenreichen Außenseiter einzustufen. «Wir haben das Gefühl, dass die Bayern eine natürlichere Qualität haben. Sie können mit ihrem Kader auf nahezu jede Situation reagieren. Das können wir nicht», sagte der BVB-Trainer vor dem Auftaktmatch am Samstag beim FC Augsburg fast bescheiden.

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Die vorsichtige Taxierung der eigenen Möglichkeiten, die Bayern wieder vom Bundesligathron zu stoßen, hat einen einfachen Grund: Der große Abstand zum Südrivalen in der Vorsaison hat den BVB vorsichtig gemacht. «Wir waren letzte Saison 25 Punkte hintendran, obwohl wir nicht das Gefühl hatten, dass wir eine Katastrophensaison gespielt hatten. Also muss es dafür Gründe geben», betonte Klopp. Dazu kommt die hohe eigene Erwartungshaltung und die der Öffentlichkeit. Denn außer dem BVB traut fast niemand zu, den scheinbar übermächtigen Bayern mit ihrem Startrainer Pep Guardiola ernsthaft zu gefährden.

«Wir haben auch Druck, wir haben hohe Ziele. Und wir haben eine Mannschaft, mit der man nicht 50 Prozent der Spiele verlieren sollte, um sich im Anschluss trotzdem gut zu fühlen», sagte der BVB-Coach. Er weiß, dass man vermutlich einen tadellosen Start braucht, um nicht wie im Vorjahr frühzeitig den Anschluss an die Bayern zu verlieren.

Nicht von ungefähr stuft Klopp bereits das erste Saisonspiel als «schwierige Aufgabe» ein. «Der FC Augsburg hat eine herausragende Rückrunde gespielt. Wir müssen richtig auf der Hut sein», meinte der Borussen-Trainer. Bis auf Neuzugang Henrich Mchitarjan (Sprunggelenksverletzung) und den rotgesperrten Roman Weidenfeller kann er wohl seine bestmögliche Mannschaft aufbieten, sollte Ilkay Gündogan (Rückenprobleme) rechtzeitig fit werden.

Dass für den in der Vorsaison überragenden Weidenfeller der Australier Mitch Langerak zwischen den Pfosten steht, bereitet Klopp überhaupt kein Kopfzerbrechen. Und dies sicher nicht nur, weil dessen Bilanz im BVB-Tor mit zehn Siegen in zehn Pflichtspielen bislang makellos ist. «Es ist keine Frage, dass Mitchi irgendwann auch mal unsere Nummer eins sein will. Im Moment sind wir in der komfortablen Situation, zwei Torhüter mit außergewöhnlicher Qualität zu haben», lobte Klopp den talentierten Keeper.

Etwas mutiger als sein Trainer äußert sich Nationalspieler Marco Reus zu den Erfolgsaussichten. Auch ihn wurmt der große Vorsprung der Bayern in der Vorsaison. «Die 25 Punkte Rückstand darf es nicht noch mal geben. Dafür werden wir alles tun», sagte Reus im Interview mit der «Bild»-Zeitung (Freitag). Der Supercup-Erfolg gegen die Bayern vor 14 Tagen sei schön gewesen, wichtig für das Selbstvertrauen und Ansporn für die Liga, erklärte Reus. «Aber man darf nicht vergessen, dass das Spiel noch nicht viel Aussagekraft hatte.»

Was wirklich zähle, sei die Bundesliga, der DFB-Pokal und die Champions League, meinte der 24 Jährige. Wobei nicht klar wird, ob er die nationale Meisterschaft bereits abgehakt hat und nur auf den Erfolg im Cup oder den Champions-League-Titel schielt. Denn Reus meinte: «Wir waren letztes Jahr nah dran und wollen auf Sicht unbedingt mal wieder etwas in den Händen halten. Und natürlich auch daraus was trinken.» Und aus der Meisterschale ist das nur schwer möglich.