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Bundesliga-Quartett zittert vor dem Null-Punkte-Start

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Eren Derdiyok versteckt sich in seinem Hoffenheim-Trikot. Foto: Uwe Anspach Foto: dpa

Stuttgart (dpa) - 1899 Hoffenheim und der FC Augsburg haben gar keine Erfahrung damit, beim Hamburger SV ist es 40 Jahre her. Nur der VfB Stuttgart sollte sich noch gut daran erinnern, wie sich ein richtig böser Fehlstart in der Fußball-Bundesliga anfühlt.


Null Punkte nach drei Spieltagen, das gab es am Neckar erst vor zwei Jahren. Was folgte, war eine Saison voller Abstiegssorgen, drei Trainern und am Ende dem mühevollen zwölften Platz. An ein solches Szenario will VfB-Trainer Bruno Labbadia aber nicht denken. »Ich habe die Angewohnheit, wenn ich nachher über die Straße gehe, nicht zu überlegen, ob ich gleich überfahren werde«, sagte er.

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Gegen Aufsteiger Fortuna Düsseldorf bleiben die ersten Bundesliga-Punkte der Saison in Stuttgart, davon geht Labbadia aus. »Wir sind in drei Wettbewerben. Jetzt müssen wir in der Bundesliga da weitermachen, wo wir in Europa League und Pokal aufgehört haben«, meinte der ehemalige Top-Stürmer. »Wenn wir so weitermachen, werden wir in der Liga schnell punkten«.

Hoffnung setzt der VfB auch auf die lange Pause zwischen der 1:6-Pleite in München und dem Spiel gegen Düsseldorf. »Vielleicht hat uns die Ablenkung durch die Länderspielpause ganz gut getan. So können wir frisch gegen Düsseldorf antreten«, sagte VfB-Offensivmann Martin Harnik. Selbstvertrauen durch einen Sieg konnte sich der Österreicher durch die Niederlage gegen die deutsche Nationalmannschaft allerdings nicht holen. Aber auch Labbadia sah die Reisen seiner Spieler positiv: »Dem einen oder anderen hat es gutgetan, bei der Nationalmannschaft zu sein und da ein Erfolgserlebnis zu holen.«

Kurzurlaub bei der Elftal gab es für den neuen HSV-Hoffnungsträger Rafael van der Vaart nicht. Statt unter Louis van Gaal um Punkte in der WM-Qualifikation zu spielen, kickte der Niederländer in den zwei Wochen seit seiner Ankunft gegen unterklassige Testspielgegner - und sorgte dort gleich für gefühlte Europacup-Euphorie. Alle Erwartungen konzentrieren sich auf den Mittelfeldmann. Zum Ärger von Trainer Torsten Fink: »Jeder Einzelne bei uns ist gefragt«, sagte er dem »Kicker«.

Dem Bundesliga-Dino droht nach der Katastrophen-Saison erneut ein ganz schwieriger Start in Deutschlands höchster Spielklasse. Ein Punkt nach drei Spieltagen hieß es in der Saison 2011/2012. Steht nach dem Match gegen Eintracht Frankfurt immer noch die Null - es wäre der schlechteste Start seit 1972/1973. Verzichten muss Fink gegen den Sechs-Punkte-Aufsteiger auf Dennis Aogo, der eine Grippe verschleppt hat.

Auch die anderen beiden Null-Punkte-Aspiranten Hoffenheim und Augsburg beklagen am dritten Spieltag Verletzte. FCA-Torwart Simon Jentzsch fällt gegen den VfL Wolfsburg wegen einer Finger-OP aus. 1899-Verteidiger Chris hat einen Muskelfaserriss. Beim selbst ernannten Europa-League-Aspiranten spielte der brasilianische Neuzugang aber ohnehin keine große Rolle. Konkurrent Marvin Compper will die Saisonziele trotz der zwei Niederlagen nicht verändern und wehrt sich gegen die Vorwürfe aus der Öffentlichkeit. »Wir haben kein Problem mit der Mentalität«, sagte er. »Ich verstehe ja, dass die Leute über uns lachen.(...) Aber das darf uns nicht umwerfen.«