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Bundesliga: Das war der Samstag, das kommt am Sonntag

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S04 in der Krise
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Fast ein symbolisches Bild: Schalke-Maskottchen Erwin schwenkt auf der sonst leeren Tribüne während des Revierderbys eine Fahne. Foto: Martin Meissner/Pool AP/dpa Foto: dpa

Bekommt die Fußball-Bundesliga doch noch einen echten Titelkampf? Nach dem nächsten Ausrutscher der Bayern hat RB Leipzig die Chance, bis auf zwei Punkte heranzurücken. Am Tabellenende wird es dagegen für den FC Schalke 04 immer düsterer.


Berlin (dpa) - Der FC Bayern schwächelt. Nach dem 3:3 gegen Arminia Bielefeld ist der Club-Weltmeister auch bei Eintracht Frankfurt ins Stolpern geraten. Damit bietet sich RB Leipzig die große Chance, ins Titelrennen einzugreifen.

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Borussia Dortmund kommt für die Meisterschaft nicht mehr in Frage, hat aber mit dem Derby-Sieg beim abgeschlagenen Schlusslicht FC Schalke 04 ein weiteres Ausrufezeichen nach dem Sieg in Sevilla gesetzt.

ABSCHIED: War es das schon für den FC Schalke 04? Das 98. Bundesliga-Revierderby gegen Borussia Dortmund könnte erst einmal das letzte gewesen sein. Nach dem 0:4 gegen den BVB beträgt der Rückstand zum Relegationsplatz bereits neun Punkte, sogar der Vorletzte FSV Mainz 05 ist schon acht Punkte entfernt. »Die Gesamtsituation macht etwas mit einem. Es ist eine extrem beschissene Situation. Wir müssen uns wieder aufrichten«, sagte Torhüter Michael Langer dem TV-Sender Sky und Trainer Michael Gross will von Aufgeben noch nichts wissen: »Wir fighten bis zum Schluss und werden alles versuchen.«

CHANCE: Von wegen Alleingang Richtung Meisterschaft! Nach dem 1:2 in Frankfurt könnte der Vorsprung des FC Bayern zu Verfolger RB Leipzig auf zwei Punkte zusammenschrumpfen. »Wir hatten turbulente Tage und sind auch nur Menschen«, sagte Trainer Hansi Flick fast schon entschuldigend. Die Personalnot wollte der Erfolgscoach nicht als Grund gelten lassen. Leipzigs Trainer Julian Nagelsmann wittert jedenfalls seine Chance. »Wir wollen in der Bundesliga in der Spur bleiben. Da sind wir stabil und wieder näher dran an den Bayern«, sagte Nagelsmann vor dem Gastspiel bei Hertha BSC am Sonntag (15.30 Uhr). Die Berliner sind dabei ein gerngesehener Gegner: Die Sachsen gewannen alle vier bisherigen Spiele im Olympiastadion und schossen dabei 17 Tore.

FRUSTBEWÄLTIGUNG: Die Europa-League-Reisen brachten Bayer Leverkusen und 1899 Hoffenheim viel Frust und viele Gegentore. Nach dem 3:4 bei Young Boys Bern will Leverkusen den Negativtrend beim Wiedersehen mit Ex-Trainer Heiko Herrlich im Gastspiel beim FC Augsburg (13.30 Uhr) stoppen. Drei Gegentore gab es auch für Hoffenheim beim 3:3 gegen Molde FK in Villarreal. Gegen Werder Bremen soll es da zum Abschluss des 22. Spieltags (18.00 Uhr) besser werden.

TORGARANTIE: Fünf Tore in den vergangenen vier Spielen - Stuttgarts Stürmer Sasa Kalajdzic trifft momentan nach Belieben. Beim 1:0 in Köln war der Sturmriese erneut der Matchwinner. »Das tut gut für die Seele und die Mannschaft«, sagte Kalajdzic, der in dieser Saison schon zehn Mal traf. Bei elf Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz dürfte der Aufsteiger stressfrei die Saison beenden.

UNRUHE: Marco Rose nahm die Schuld auf sich. Der Coach hat unter der Woche für mächtig Wirbel und Unmut bei den Fans von Borussia Mönchengladbach gesorgt, als er seinen Wechsel nach Dortmund im Sommer angekündigt hat. Das 1:2 gegen Mainz dürfte für weiteren Zündstoff rund um den Borussia-Park sorgen. »Ich weiß, dass es jetzt nicht ruhiger wird. Dafür trage ich auch die Verantwortung. Diese Niederlage nehme ich auf meine Kappe, weil es um meine Person in dieser Woche viel Unruhe gegeben hat«, sagte der Coach.

ZEICHEN: Amin Younes hielt nach seinem Tor gegen die Bayern ein T-Shirt mit dem Bild eines der Opfer des Terroranschlags von Hanau vor einem Jahr hoch. Schon vor dem Spiel trugen die Frankfurter Trikots mit der Aufschrift »#SayTheirNames«. »Das bringt die Opfer nicht zurück, aber die Familienangehörigen sollen wissen, dass wir an sie denken«, sagte Younes. Am 19. Februar 2020 waren neun Menschen mit ausländischen Wurzeln an mehreren Orten in Hanau vom 43-jährigen Deutschen Tobias R. erschossen worden.

Zahlen zum Bundesliga-Samstag:

6 - dem 1. FC Köln gelangen nur sechs Punkte aus den ersten elf Heimspielen der Saison. Eine so schlechte Ausbeute daheim hatte der FC in der Bundesliga noch nie zu diesem Zeitpunkt.

10 - so viele Punkte hat Mainz in den fünf Rückrundenspielen geholt. Damit ist die Ausbeute jetzt schon klar besser als in der gesamten Hinrunde (7).

23 - so oft verloren die Bayern bereits bei Eintracht Frankfurt im Profifußball. Damit sind die Hessen der Münchner Angstgegner. Bei keinem anderen Team kassierte der Rekordmeister auswärts so viele Niederlagen.

42 - 42 Punkte nach 22 Partien hat Frankfurt in seiner Bundesliga-Geschichte nur 1989/90 und 1973/74 - umgerechnet auf die Drei-Punkte-Regel - erreicht.

56 - so viele Gegentore hat Schalke in dieser Saison bereits kassiert. Mehr Gegentore hatte nach 22 Spielen zuletzt Fortuna Düsseldorf 1986/87 kassiert (62).

© dpa-infocom, dpa:210220-99-526587/3

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