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Bürgerversammlung: Viele Fragen zu Brandschutz und Breitbandausbau

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Breitbandausbau Teisendorf
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Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Teisendorf – Der Breitbandausbau in der Marktgemeinde Teisendorf schreitet laut Bürgermeister Thomas Gasser gut voran. Dennoch sind die Weildorfer Bürger mit der derzeitigen Versorgung nicht zufrieden. Das zeigten die zahlreichen Wortmeldungen zu diesem Thema bei der gut besuchten Bürgerversammlung in Weildorf.


Konrad Dumberger kritisierte eingangs die Vorgehensweise beim Brandschutz im Haus der Vereine. Seiner Meinung nach sei die Verantwortung dabei abrupt auf die Vereinsvorstände abgeschoben worden. Bürgermeister Gasser wies auf sofortigen Handlungsbedarf bei Brandschutzproblemen hin. Es sei jedoch versucht worden, die vom Brandschutzsachverständigen geforderten Maßnahmen abzumildern und die Einschränkung für das Haus so gering wie möglich zu halten.

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In diesem Zusammenhang merkte Heinrich Abfalter an, dass man sich nicht wundern brauche, dass niemand das Ehrenamt übernehmen wolle, wenn die Vereinsvorstände bei Veranstaltungen die gesamte Verantwortung übernehmen müssen. Für diese Aussage bekam er spontanen Beifall. Außerdem monierte er die Verzögerungen durch die unnötige Ausschreibung für den Planer sowie bei der Klärung, ob die DJK die Bauherrschaft für den geplanten Umbau übernehmen darf. Zudem wollte er wissen, wie groß das Gewerbegebiet Amersberg sei. In Bezug auf die Ausschreibung verwies der Bürgermeister auf die Gepflogenheiten in der Gemeinde und auf den kommunalen Prüfungsverband. Im Gewerbegebiet Amersberg werden nach seiner Aussage etwa 7,5 Hektar Baufläche zur Verfügung stehen.

Kaum Handynetz in Kothbrünning

Das schnelle Internet beschäftigte mehrere Bürger. Michael Noppinger bemängelte, dass Kothbrünning beim derzeitigen und bei den in nächster Zeit geplanten Bauabschnitten nicht zum Zug komme. Die Erreichbarkeit im Handynetz sei gar nicht gegeben und die Frequenz im Internet sei seiner Meinung nach weit unter dem Standard. Er befürchtete, dass mit der Einstellung des analogen Telefonnetzes bis zum Ende des Jahres die Erreichbarkeit im Ort gefährdet sei. Dazu erklärte der Bürgermeister, dass Kothbrünning und Weildorf bereits bei der ersten Förderphase berücksichtigt worden waren und somit für sechs Jahre in der Förderung gesperrt seien. Weiterhin teilte er mit, dass der Marktgemeinde die Problematik bekannt sei, da sowohl mit in Kothbrünning ansässigen Firmen als auch mit den zuständigen Mitarbeitern der Telekom regelmäßig Kontakt gehalten werde.

Die Telekom habe der Gemeinde laut Bürgermeister außerdem zugesagt, den Bereich Weildorf, zu dem auch Kothbrünning gehört, in Eigenverantwortung auszubauen. Somit dürfe die Gemeinde das Gebiet nicht mehr fördern. Zugesichert wurde der Ausbau der Kabelverzweiger mit der sogenannten »Vectoring«-Technologie. Ob davon alle Haushalte profitieren werden, sei jedoch nicht sicher. Alois Stadler bestätigte für seinen Wohnort Hörafing eine Verbesserung der Leistung durch diese Technik. In Kothbrünning liege das Problem in der schlechten technischen Ausstattung, die die Gemeinde leider nicht verbessern kann, ergänzte er.

Anton Wolfgruber, der in Kothbrünning von der Kündigung des analogen Telefonnetzes betroffen ist, bat die Gemeinde darum, bei der Telekom einen Aufschub der Kündigung zu erwirken, um wenigstens den derzeitigen Stand zu halten und nicht zu verschlechtern. Bürgermeister Gasser will das versuchen. Laut Telekom sei es unmöglich, dass jemand durch eine technische Umstellung nicht mehr telefonieren kann, ergänzte er.

Bernhard Spiegelsberger fragte nach schnellem Internet im Bereich Stötten und Eichham. Dazu sagte der Rathauschef, dass im Bereich Punschern der eigenwirtschaftliche Ausbau durch die Firma RSM bereits abgeschlossen ist. Stefan Mösenlechner verneinte eine Verbesserung in Eichham und bezweifelte, dass der Ausbau des Kabelverzweigers in Punschern bereits erfolgte. Gasser versprach, dem nachzugehen.

Christian Stadler brachte den jährlich privat organisierten Flötenunterricht in Weildorf zur Sprache. Durch zeitverzögerte Kommunikation war es zu Unstimmigkeiten über den Standort gekommen. Zudem sprach er das Beförderungsverbot der Flötenschüler im Schulbus an. Die Mietforderung für die Benutzung des Schulgebäudes und die anschließende Rückerstattung begründete der Bürgermeister mit der Gleichbehandlung aller Schulen im Gemeindegebiet. Schuldirektorin Michaela Märzendorfer schilderte die Situation aus Sicht der Schulleitung. Das Beförderungsverbot habe wohl versicherungsrechtliche Gründe.

Stefan Haimbuchner wies auf einen Biberschaden am Weiher zwischen Patting und Weng hin und fragte nach der Zuständigkeit für so einen Fall. Laut Bürgermeister Gasser sei der Grundeigentümer zuständig. Es gebe im Bauamt eine zentrale Liste, wo Meldungen über Biberschäden gesammelt werden. Der Biberbeauftragte im Landratsamt entscheide anhand der Häufigkeit der Meldungen über weitere Schritte.

Schwerlastverkehr nimmt immer mehr zu

Zudem erwähnte Haimbuchner eigene Probleme mit dem Anschluss des Glasfaserkabels und sprach den immer stärker werdenden Schwerlastverkehr auf den Gemeindestraßen von Hörafing nach Weildorf und Patting an, der wahrscheinlich fehlerhaften Navigationsgeräten geschuldet ist. Auch Gasser räumte ein, dass es beim Breitbandausbau im Gemeindegebiet immer wieder zu Kommunikationsproblemen zwischen den ausführenden Firmen gekommen sei. Gegen den Schwerverkehr könne die Gemeinde wenig unternehmen, Kontrollen seien mit der Polizei abzusprechen. sd