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Bürger diskutierten fleißig

Der CSU Kreisverband Traunstein geht in der Findung eines Landratskandidaten für die Wahl im Jahr 2014 den Weg des Bürgerdialogs (wir berichteten). Axel Effner stellte als Moderator im voll besetzten Saal des Sailer-Kellers die drei potenziellen Kandidaten in einem lockeren Dialog vor: Traunreuts Bürgermeister Franz Parzinger (56 Jahre), Andreas Bratzdrum (49 Jahre) und Siegfried Walch (28), Stellvertretender Landesvorsitzende der Jungen Union.

Während Parzinger mit seiner rund zehnjährigen Erfahrung als Bürgermeister Traunreuts »punkten« konnte, machte Bratzdrum deutlich, dass er neben seiner ehrenamtlichen Tätigkeit als Kreisrat vor allem als Büroleiter des Berchtesgadener Landrats mit allen wichtigen Aufgaben vertraut sei, mit denen er als möglicher künftiger Traunsteiner Landrat konfrontiert werde. Walch präsentierte sich als »Teamworker«, der sowohl die politische Konkurrenz zur Mitgestaltung der regionalen Zukunft einladen wolle, als auch die Bürger mehr in die Entscheidungsfindung einbeziehen wolle.

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Kritik am Moderator

Seinem Frust nach eineinhalb Stunden Luft machte Horst Leinert aus Taching, der den souverän durch den Abend führenden Moderator mit dem Satz angriff: »Wenn Sie nicht so viel reden würden, könnten wir mehr Fragen stellen.« Seine Kritik an Traunreuts Bürgermeister Parzinger machte er daran fest, dass dieser den Wunsch nach Public Viewing während der Fußball-EM nicht umfassend unterstützt habe. An Bratzdrum richtete sich der Wunsch, dass am Stadtplatz Tittmoning – Bratzdrum ist dort Stadtrat – etwas passieren müsse für Rollstuhlfahrer.

Rainer Grimm aus Traunstein sagte, er hätte sich gewünscht, dass in den Ausführungen der Kandidaten die Energiewende und ihre Auswirkungen auf den Landkreis eine größere Rolle gespielt hätten.

Christine Ahlheim aus Traunstein hielt ein kurzes Plädoyer für den »Gelben Sack«, dem alle drei Podiumsteilnehmer eine klare Absage erteilten. Wenig unterschieden sich die drei Podiumsteilnehmer auch in der Antwort auf die Frage von Carolin Berka aus Traunstein, welcher Kandidat die nicht nur von ihr als Elternbeiratsvorsitzender des Annette-Kolb-Gymnasiums Traunstein unermüdlich geforderte Turnhalle am ehesten zeitnah ermöglichen würde. Auch hier waren sich die Drei einig, dass man hier »die Hoffnung nicht aufgeben darf«, wie Bratzdrum erläuterte, aber auch deutlich machte, dass – wie Parzinger im Detail ausführte – zuvor andere Projekte an der Reihe seien, die Turnhalle lediglich langfristig gesehen realisiert werden könne.

Kaum Unterschiede

Am Ende des rund zweistündigen Bürgerdialogs zeigte sich, dass der Inhalt der Aussage von Walch – »wir unterscheiden uns eigentlich in den Positionen nicht« – mit dafür sorgte, dass an dem Abend das Kennenlernen und das Gewinnen eines persönlichen Eindrucks der drei möglichen CSU-Landratskandidaten letztlich das vorrangige Thema war. Inhaltlich waren sie sehr nah zusammen und boten kaum kontroverse Themen oder Ansätze. awi