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Brüder und Cousins auf Raubzug

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Eine Bank wurde gesprengt und bestohlen. Die Polizei vermutet: Dahinter stecken einige Mitglieder von Großfamilien. Foto: Wolfgang Kumm/dpa Foto: dpa

Viele Verbrecher arbeiten gerne allein. So weiß niemand etwas von den Taten. Andere Kriminelle ziehen zum Beispiel mit Freunden los. Gerade wird aber viel über kriminelle Familien geredet. Was steckt da dahinter?


Eine riesige Goldmünze verschwindet aus einem Museum in der Hauptstadt Berlin. Wenig später überfallen Männer in der Stadt einen Geldtransporter. Auch Schmuckgeschäfte und Banken werden bestohlen. Die Polizei vermutet: Hinter diesen Verbrechen stecken einige Mitglieder bestimmter Großfamilien. Oft werden sie auch Clans genannt.

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Was aber sind das für Familien? Sie gehören zur Gruppe der Mhallamiye. Ein Teil dieser Leute lebt im Land Türkei, andere im Libanon im Nahen Osten. Von dort kamen Mhallamiye vor einigen Jahrzehnten auch nach Deutschland.

In Deutschland durften sie lange Zeit nicht arbeiten. Sie bekamen etwas Hilfe vom Staat. Das reichte einigen von ihnen aber nicht. Mit kriminellen Taten beschafften sie sich mehr Geld. Etwa, indem sie Geschäfte ausraubten oder Drogen verkauften.

Oft umfasst so ein Clan 100 oder sogar 1000 Mitglieder. Natürlich sind nicht alle davon kriminell. Oft ist es aber so, dass bei einem Verbrechen Brüder, Cousins, Onkel und Neffen mitmachen. Hinterher geben sie an mit ihren teuren Uhren und Luxusautos an.

Die Polizei hat es schwer, gegen diese Großfamilien etwas zu unternehmen. Die leben vor allem in Städten wie etwa Berlin, Essen und Bremen. Normalerweise verpfeifen sich die Familienmitglieder auch nicht gegenseitig. Ein Experte erklärt: »Die Großfamilie ist alles und der Rest ist nichts.«

Am Donnerstag berieten Politiker darüber, was sie gegen diese Art von Verbrechen machen können. Einer von ihnen meinte: Wir müssen den Jugendlichen in diesen Familien zeigen, wie sie auch durch Arbeit an Geld kommen, nicht nur durch Verbrechen. Auch soll denjenigen Clan-Mitgliedern geholfen werde, die nicht mehr mitmachen wollen. Er ist sich sicher: »Keine Mutter will ihre Söhne im Gefängnis sehen.«