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Bröckelnde Unterstützung

Schönau a. Königssee – Einen Tag nach der Einstellung der Bebauungsplanverfahren am Königssee lieferte Geschäftsführer Florian Jennewein von der N&F Königssee AG die Begründung für den Rückzug seiner Gesellschaft:

Florian Jennewein von der N&F Königssee AG begründete den Rückzug seiner Gesellschaft mit mangelnder Unterstützung im Gemeinderat und in der Bevölkerung. Foto: privat

»Die N&F Königssee AG hat unter Mitwirkung internationaler Tourismus-Beratungsbüros das Konzept für ein Vier-Sterne-Familien- und Wellnesshotel entwickelt. Das Raumprogramm ist die geringste mögliche Größe, mit der ein professionell betriebenes Familien- und Wellnesshotel an dieser Lage positioniert werden kann. Seit drei Jahren wurden im Dialog mit der Gemeinde verschiedene Planungskonzepte geprüft, zuletzt unter der Federführung eines renommierten Münchner Stadtplanungs- und Architekturbüros, das im Rahmen eines halbjährigen Workshopverfahrens den städtebaulichen Rahmenplan entwickelte. ... Der Rahmenplan wurde am 11. Dezember 2012 einstimmig vom Gemeinderat beschlossen und anschließend der Bevölkerung vorgestellt. Auf dieser Grundlage hat die N&F Königssee AG Investitionen für Planung, Expertisen und Gutachten getätigt, um das Projekt so weit voranzutreiben, dass das Verfahren für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan gestartet werden kann.

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Zu diesem Zeitpunkt wurde die N&F Königssee AG mit einer sich ändernden Grundhaltung von Teilen des Gemeinderats sowie mit wiederholten Falschaussagen bezüglich Bilddarstellungen, unseriöser Vermarktungsaktivitäten und Renditeerwartungen öffentlich konfrontiert. Gleichzeitig hat sich in der Bevölkerung massiver Widerstand gegen das Projekt entwickelt. Durch diese Entwicklungen wurden die öffentliche Wahrnehmung des Projekts geschädigt und laufende Finanzierungsgespräche torpediert. Die N&F Königssee AG hat eine Risikoeinschätzung vorgenommen und ist zu dem Schluss gekommen, dass eine Projektentwicklung dieser Größenordnung nur dann Aussicht auf Erfolg haben kann, wenn der Gemeinderat und die Bevölkerung weitgehend einheitlich ihre Unterstützung signalisieren. Insofern diese Unterstützung nicht gewährleistet ist, unterliegen weitere Investitionen in das Hotelprojekt einem zu hohen Risiko. In Anbetracht dieser Situation hat sich die N&F Königssee AG dazu entschlossen, die Einstellung des Bebauungsplanverfahrens zu beantragen.«

Josef Größwang von den Hotel Königssee Betrieben tat schließlich dasselbe, weil nach seiner Begründung »die Finanzierungs- und Nutzungskonzeption unseres Vorhabens eng mit den Planungen der N&F Königssee AG verbunden ist und daher leider nicht mehr realisiert werden kann«.

Und Klaus Gerlach kündigte an, dass die Bürgerinitiative auch weiterhin in ihrer lockeren Organisationsform bestehen bleiben werde. Man rechne fest damit, »dass aus den Erfahrungen der letzten Monate künftige Planungen am Königssee nur noch unter enger Beteiligung der Öffentlichkeit und mit mehr Transparenz erfolgen werden«. UK