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»Bring Dich ein, dann wird sich was ändern«

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Katharina Schulze, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bayerischen Landtag (Mitte), sprach auf dem Frühjahrsempfang des Kreisverbands in Traunstein. Mit dabei waren die Landtagsabgeordnete Gisela Sengl (links) und die Kreisvorsitzende Helga Mandl.

Traunstein – Groß war das Interesse an Katharina Schulze, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bayerischen Landtag, beim Frühjahrsempfang von Bündnis 90/Die Grünen, Kreisverband Traunstein, im Hofbräu-Stüberl. Der Saal war gut gefüllt, als die dynamische Politikerin ihr Bild von der Zukunft zeichnete. Zuvor hatte bereits Landtagsabgeordnete Gisela Sengl für mehr politische Beteiligung appelliert.


Ehe die Rednerinnen ihren Auftritt hatten, freute sich die Kreisvorsitzende Helga Mandl über den Zulauf der Partei und begrüßte eine große Gruppe von Neumitgliedern. »2018 und in den ersten beiden Monaten 2019 sind im Kreis Traunstein mehr als 50 Personen in unsere Partei eingetreten.«

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»Bring Dich ein, dann wird sich etwas verändern«, sagte die Landtagsabgeordnete Gisela Sengl. Sie sehe, dass sich auch Leute, die bisher mit Politik nichts zu tun haben wollten, engagieren. Denn: »Wenn nicht jetzt, wann dann können wir etwas verändern«, so Sengls Appell. Als Beispiel nannte sie die Bewegung »Fridays for Future«, bei der am vergangenen Freitag Hunderte von jungen Leuten in Traunstein für den Klimaschutz demonstrierten (wir berichteten).

Katharina Schulze war die Hauptrednerin der Veranstaltung. »Die Menschen in Bayern wollen, dass unsere natürlichen Lebensgrundlagen geschützt werden, und dazu müssen die politischen Rahmenbedingungen geändert werden«, sagte sie unter dem Applaus des Publikums. Sie nannte die Gemeinde Marquartstein, die mit 24,7 Prozent beim Volksbegehren »Rettet die Bienen« Spitzenreiter war im Landkreis. »Beim runden Tisch und den weiteren Gesprächen mit der Regierung werden die Vertreter des Volksbegehrens nicht von ihren Forderungen zurückweichen«.

Zum Thema Mobilitätswende berichtete sie von der aktuellen Stunde im Landtag: CSU und FDP wollten durch die »Rettung« der Verbrennungsmotoren die bayerische Automobilindustrie stärken. »Wir Grüne im Landtag hingegen möchten dies durch die Entwicklung von Elektroautos, von Wasserstofftechnologien und durch vernetzte Mobilitätssysteme.« In Frankreich würden beispielsweise gerade die gesetzlichen Rahmenbedingungen geschaffen, dass ab 2040 keine Autos mit Verbrennungsmotoren mehr zugelassen werden. Bei der Energiewende hin zu 100 Prozent Erneuerbaren Energien müsse Schluss sein mit der Windkraftverhinderung in Bayern. Das Vorhaben der Bayerischen Regierung, den Klimaschutz in die Verfassung aufzunehmen, findet sie gut – wenn dies von konkreten Maßnahmen begleitet wird.

Katharina Schulze war von München mit der Bahn angereist und erzählte, dass sie über weite Strecken keinen Handy-Empfang hatte. »Das darf doch in einem hochindustrialisierten Land nicht sein«, rief sie. Dann sprach Schulze über Europa: »Wir brauchen mehr Europa und nicht weniger«, ist ihre feste Überzeugung. Ehe es mit der Bahn wieder zurückging, nutzten viele Besucher die Gelegenheit, mit Schulze ins Gespräch zu kommen. Die Veranstaltung wurde musikalisch begleitet von Michael Alf und Hans Baltin. fb