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Bremer Abstiegsangst dominiert bei Allofs-Rückkehr

Bremen (dpa) - Thomas Schaaf kann nach acht Spielen ohne Sieg keine Rücksicht mehr auf seinen alten Kumpel Klaus Allofs nehmen. Für den Werder-Trainer zählen am Samstag im Nord-Duell der Fußball-Bundesliga gegen den VfL Wolfsburg nur die dringend benötigten drei Punkte im Kampf gegen den Abstieg.

Wiedersehen
Thomas Schaaf und Klaus Allofs können keine Rücksicht aufeinander nehmen. Foto: Daniel Naupold Foto: dpa

Entsprechend wenig Lust hatte Schaaf im Vorfeld der Partie, über die Rückkehr des einstigen Werder-Clubchefs und jetzigen Wolfsburger Managers ins Weserstadion zu sprechen.

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«Ich lebe nicht in der Vergangenheit, sondern aktuell und in der Zukunft», erklärte Schaaf: «Ich bin verantwortlich für die Mannschaft. Wir wollen am Samstag eine gute Leistung zeigen. Alles andere spielt keine Rolle.»

Denn bei Werder spricht man bereits vom «Spiel des Jahres». Mit einem Erfolg könnten die Bremer (32 Punkte) nicht nur etwas durchatmen, sondern auch die Niedersachsen (34 Zähler) mit in den Abstiegsstrudel ziehen. «Es ist schon eine Art Schlüsselspiel», sagte Werders Aaron Hunt. Ein freudiges Wiedersehen mit Allofs oder den Ex-Kollegen Diego und Naldo wird es deswegen nicht geben. «Natürlich unterhält man sich, aber mehr auch nicht. Dafür ist die Lage zu ernst», sagte Hunt.

Für Allofs wird es trotz der prekären Lage beider Teams dennoch kein alltägliches Aufeinandertreffen werden. «Wenn man an einen Ort zurückkommt, wo man 13 Jahre gearbeitet hat, ist das schon etwas anderes als ein normales Bundesligaspiel», gab er zu. Gleichzeitig warb Hunt für eine friedliche Atmosphäre im Stadion, nachdem es im Hinspiel nach Allofs' Wechsel negative Rufe in Richtung des Managers gab: «Er sollte so empfangen werden, wie er es verdient hat. Also mit Applaus.»

Abwehrspieler Naldo kann auf jeden Fall mit einem freundlichen Empfang rechnen. «Das wird ein komisches Gefühl», prophezeite der 30-Jährige, der zwischen 2005 und 2012 für die Grün-Weißen 173 Bundesliga-Partien absolviert hatte. Vor der Begegnung wird der Brasilianer für seine sieben Werder-Jahre noch offiziell verabschiedet. Für Mittelfeld-Star Diego, der von 2006 bis 2009 in Bremen kickte, ist es nicht der erste Auftritt an alter Wirkungsstätte. 2011 siegte der Regisseur im VfL-Trikot mit 1:0.

Zuversicht, dass es diesmal andersherum läuft, gibt aus Werder-Sicht die Personalsituation. Trainer Schaaf kann im Vergleich zum glücklichen 2:2 in der vergangenen Woche in Düsseldorf fast aus dem Vollen schöpfen. Neben Clemens Fritz, Lukas Schmitz und Hunt, kehrten zuletzt auch Abwehrchef Sokratis und Stürmer Nils Petersen wieder zurück. Lediglich Mehmet Ekici und Aleksandar Ignjovski müssen noch passen.

VfL-Trainer Dieter Hecking muss im Vergleich zur 1:6-Niederlage im Pokal-Halbfinale bei Bayern München auf Alexander Madlung verzichten. Für ihn wird der Däne Simon Kjaer in die Start-Elf rücken. Hecking warnte sein Team: «Das wird mit Sicherheit ein packendes Nordderby und alles andere als ein Spaziergang für uns.»