»Bottle It In«: Kurt Vile hat den »Flow«

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Kurt Vile
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Doppelt hält besser: Kurt Vile Foto: Jo McCaughey Foto: dpa

Wie parkt man, ohne zu bezahlen? Indie-Gitarrist Kurt Vile hat die Antwort.


Berlin (dpa) - Er ist der coolste Slacker, der derzeit durch die internationale Indie-Szene geistert. Kurt Vile sieht aus wie übriggeblieben aus den 80er Jahren, aber der Gitarrist und Songwriter aus Philadelphia ist der Mann der Stunde. Und gefragt wie selten.

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Im letzten Jahr nahm er mit seiner australischen Kollegin und Schwester im Geiste Courtney Barnett das sehr entspannte Album »Lotta Sea Lice« auf, und ansonsten tourt er ohne große Unterbrechungen über den Globus, zumeist mit seiner Band The Violators.

Auf Tour und auf Reisen sind auch die meisten der zuweilen epsichen Songs entstanden, die Vile auf seinem neuen Album »Bottle It In« (Matador/Beggars Group) versammelt hat. Den Opener »Loading Zones« widmet Vile seiner Heimatstadt Philadelphia und den Parkplatzproblemen dort: »I park for free«, meinen Vile und die Violators. Genau, Kurt Vile nimmt sich die Freiheit, genau die Musik zu machen, die er liebt. Irgendwo zwischen Neil Young und Tom Petty hat er sich verortet, aber mittlerweile wirkt sein gitarrenbasierter Indie-Rock völlig zeitlos. Kurt Vile hat es geschafft, zu seiner eigenen Marke zu werden. »Bottle It In«, wo Vile draufsteht, ist garantiert nur Vile drin.

Da finden sich dann auf dem neuen Album, das fast nahtlos an die stärkeren, kraftvolleren Vorgänger »Wakin on a Pretty Daze« (2013) und »B'lieve I'm Going Down« (2015) anknüpft, auch gleich drei 10-minütige Endlos-Songs, die dann doch etwas monoton ausarten. Aber dann kommt Vile mit dem schönen 70er Ohrwurm »Rollin with The Flow« daher, und alles ist wieder prima. Der Mann hat seinen Lauf. Auch wenn man ihm nicht überall hin folgen möchte, so macht auch das neue Album wieder viel Spaß. Im November kommt Kurt Vile noch für ein Konzert nach Deutschland: 2. 11., Köln, Kantine.

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