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Bombendrohung in Bankfiliale: Gericht fällt Urteil

Der Fall hatte im März in Bayerisch Gmain für Aufregung gesorgt: Eine Bombendrohung in einer Sparkassen-Filiale. Heute fiel in Traunstein das Urteil gegen den Täter.

Vollumfänglich geständig war der 52-jährige Täter (rechts), dem am Landgericht Traunstein der Prozess wegen versuchter räuberischer Erpressung und erheblicher Störung des öffentlichen Friedens der Prozess gemacht wurde. Rechtsanwalt Harald Baumgärtl verteidigte den gebürtigen Oberhauser. Foto: Wannisch

Der 52-Jährige drohte am 14. März damit, seinen elektrischen Rollstuhl, in dem er angeblich zehn Kilogramm verschiedener Sprengstoffe verbaut habe, in die Luft zu sprengen, wenn er nicht 15 000 Euro innerhalb einer Stunde ausgehängigt bekomme.

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Teile eines Krankenhauses und eines Kindergartens sowie Gebäude im Umkreis von 300 Metern um die Bankfiliale mussten damals evakuiert werden. Der Polizeieinsatz, zudem auch ein Sprengkommando aus München anrückte, dauerte fünf Stunden – bis sich letzlich herausstellte, dass es keine Bombe gibt.

Zu zwei Jahren und sechs Monaten Haftstrafe wegen versuchter räuberischer Erpressung und erheblicher Störung des öffentlichen Friedens wurde der 52-jährige, geständige Tater nun am Landgericht Traunstein verurteilt.

Zudem muss der Mann weiterhin in einer psychiatrischen Klinik bleiben – auch, weil ihm vom psychiatrischen Gutachter Wiederholungspotenzial attestiert wurde. Der gebürtige Oberhauser, der bis zu der Tat in einem Pflegeheim in Bayerisch Gmain gelebt hatte, ist seit einem Herzinfarkt und einem Schlaganfall 2012 körperlich behindert.

Wegen seiner halbseitigen Lähmung an den Rollstuhl gefesselt und auch psychisch durch den Schicksalsschlag deutlich beeinträchtigt, sah der 52-Jährige sich in einer ausweglosen Situation. Mit der Tat hoffte er, ein möglichst großes Polizeiaufgebot nach Bayerisch Gmain zu locken, und durch eine Polizeikugel getötet zu werden.

Mehr über den Prozess und das Motiv des 52-Jährigen lesen Sie in der Dienstagsausgabe vom Traunsteiner Tagblatt und Berchtesgadener Anzeiger.