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Heftig geblitzt hat es in den letzten Tagen über dem Berchtesgadener Land. Hier tobt ein Gewitter über dem Hintersee. (Symbolfoto: pixabay)

Blitzeinschläge legen drei Schutzhütten lahm – DAV-Sektion Berchtesgaden vermeldet schwere Unwetterschäden

Berchtesgaden – Die Unwetter in den letzten Tagen haben auf drei DAV-Schutzhütten in den Berchtesgadener Alpen Schäden verursacht. Das meldet die Alpenvereinssektion Berchtesgaden.


Bereits am 25. Juni verursachte ein Blitzeinschlag und eine anschließende Verkettung von unglücklichen Umständen einen kompletten Stromausfall im Kärlingerhaus. Dadurch konnte auch die für solche Fälle vorgesehene Notstromversorgung nicht starten. Auf dieser abgelegenen Schutzhütte am Funtensee bedeutet dies den kompletten Ausfall der Abwasserreinigungsanlage, der Trinkwasseraufbereitung und Versorgung, den Ausfall sämtlicher Kühl- und Lichtanlagen, der Brandschutzanlage sowie aller technischen Anlagen bis hin zur satellitenversorgten Telefonverbindung.

Zum Glück verfügt die Sektion für Notfälle seit kurzem über ein mobiles Satellitentelefon, mit dem der ehrenamtliche Hüttenwart kurzfristig einen Hubschrauber organisieren konnte, der einen Techniker der für die Anlagen verantwortlichen Elektrofirma zum Kärlingerhaus brachte. Dieser konnte den Schaden gerade noch rechtzeitig vor der Dunkelheit reparieren.

Nur zwei Tage später, am 27. Juni, zerstörte ein weiteres Unwetter die Trafostation der Blaueishütte. Da eine Instandsetzung ohne Ersatzteile nicht möglich war und diese nicht kurzfristig verfügbar sind, musste eine andere Lösung gefunden werden. Durch das laut DAV »außergewöhnliche Engagement des Hüttenwartes« konnte tatsächlich in kürzester Zeit ein ausreichend großes Notstromaggregat organisiert werden, welches dann im Anschluss per Hubschrauber zur Blaueishütte transportiert wurde. Dieses kann die Versorgung der Anlagen so lange übernehmen, bis die Ersatzteile geliefert und eingebaut werden können.

Auch das schwere Unwetter, das am vergangenen Freitag abends über den Talkessel zog, blieb nicht ohne Folgen: Durch einen Blitzeinschlag fiel die komplette Brandmeldeanlage des Stöhrhauses auf dem Untersberg aus. Auch hier konnte der Hüttenwart in Zusammenarbeit mit dem Hüttenwirt kurzfristig batteriebetriebene Rauchmelder organisieren und montieren, sodass eine Weiterbetrieb des Hauses möglich war. Parallel dazu machte sich die mit der Montage beauftragte Firma auf den Weg zum Haus.

Was die Instandsetzungskosten anbelangt, ist die Sektion zwar gut versichert, allerdings sieht man sich bereits jetzt gefordert, Systeme und Anlagen zu entwickeln und zu bauen, um zukünftig für weitere Ereignisse besser gerüstet zu sein. Die DAV-Sektion weist in ihrer Pressemitteilung besonders auf die Tatsache hin, dass all dies von den Sektionsverantwortlichen im Ehrenamt durchgeführt wird.

Gerade aus umwelttechnischer und sicherheitstechnischer Sicht laste hier eine enorme Verantwortung auf den Sektionsvorsitzenden. Nun hofft der Sektionsvorstand, dass der Rest der Hüttensaison ohne weitere Komplikationen verlaufen kann.

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