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Biwaknacht in der Watzmann-Ostwand

Schönau am Königssee – Die Bergwacht Berchtesgaden musste am Donnerstagabend gegen 22.30 Uhr erneut in die Watzmann-Ostwand ausrücken. Dort hatten zwei Bergsteiger aus dem Landkreis Traunstein in rund 1 540 Metern Höhe nach einem Verhauer die Orientierung verloren und waren in Bergnot geraten. Zwei Bergretter biwakierten bei rund fünf Grad mit den 29 und 52 Jahre alten Männern in der Wand. Sie wurden am Freitagmorgen, als sich der Nebel lichtete, mit dem Polizeihubschrauber »Edelweiß 4« im Schwebeflug aufgenommen und nach Königssee ausgeflogen.

Von der Bergwacht mit Biwakausrüstung versorgt, konnten es die beiden Bergsteiger aus dem Landkreis Traunstein schon eine Nacht in der Watzmann-Ostwand aushalten. Fotos: Bergwacht

Die beiden Traunsteiner hatten von Anfang an Orientierungsprobleme in der Wand. Dennoch schafften sie es bis zur sogenannten Rampe auf etwa 1 800 Metern Höhe, wo sie den Weiterweg endgültig nicht mehr fanden. Weil die Zeit schon weit fortgeschritten war, entschlossen sie sich zum Rückzug. Doch auch das Abseilen nahm wieder jede Menge Zeit in Anspruch - und als schließlich die Dunkelheit hereingebrochen war, setzten die beiden auf Höhe des ersten Sporns in Rund 1 540 Metern Höhe einen Notruf ab.

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Die BRK-Wasserwacht brachte gegen 22.50 Uhr mit ihrem Rettungsboot drei Bergretter mit E-Bikes von der Seelände nach St. Bartholomä, die zunächst in Richtung Eiskapelle fuhren und dann weiter in Richtung Einsatzstelle aufstiegen. Als sie gegen 1.30 Uhr bei den beiden Bergsteigern eintrafen, entschieden sie, bis zum Morgen mit ihnen im Freien zu biwakieren.

Der dritte Bergretter, der noch im Aufstieg war, stieg wieder ab und wurde in St. Bartholomä von der Wasserwacht abgeholt. Am Freitagmorgen gegen 7.30 Uhr lichteten sich die Wolken so weit, dass die Besatzung des Polizeihubschraubers »Edelweiß 4« zur Einsatzstelle fliegen konnte und zunächst die beiden Bergsteiger und einen Bergretter und danach den zweiten Bergretter im Schwebeflug aufnehmen und nach Königssee fliegen konnte.

»Edelweiß 4« flog danach noch mehrere Bergretter in die Ostwand, die dort das Seilmaterial von der großen Rettungsaktion von Dienstag auf Mittwoch abbauten und dann wieder ausgeflogen wurden. ml