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Bin ich im Westen?

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Susanne Baumgartl, Gemeinde Bergen, stammt aus Berlin-Frohnau. Sie erinnert sich:


»Im Fernsehen bekam ich den Mauerfall mit. Meine Heimatstadt. In Tränen aufgelöst, erinnerte ich mich an die Zeit der geteilten Stadt.

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Damals, 1961, lebte ich noch bei meinen Eltern. Wir wohnten im Bezirk Frohnau-Reinickendorf. Außerhalb der Stadtmitte. Umgeben von Wald, aber auch zum Teil eingezäunt von Stacheldraht und später dann der Mauer.

Am Rand der Siedlungshäuser, die wie ein 'U' angelegt waren, gab es Gartenlauben. Dahinter die Stacheldrahtzäune, Volkspolizisten, die mit Schäferhunden patroullierten. Wir kannten die Leute, die ihre Häuser auf der anderen Seite hatten.

Eines Nachts hörte ich es klingeln. Mein Vater öffnete die Tür und draußen stand ein junger Mann, blutig im Gesicht, an Händen und Kleidung. Er sagte immer das Selbe: 'Bin ich im Westen, bin ich im Westen?' Mutti kochte ihm Tee, mein Vater rief die Polizei, die ihn dann zur Aufnahme mitnahmen. Das Erlebnis hat mich sehr berührt und der Mauerfall daher umso mehr.«